{"id":3492,"date":"2026-02-18T18:38:31","date_gmt":"2026-02-18T18:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/fedaian-minority.org\/?p=3492"},"modified":"2026-02-19T18:24:56","modified_gmt":"2026-02-19T18:24:56","slug":"von-der-gesellschaftlichen-trauer-bis-zum-horizont-der-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/2026\/02\/18\/von-der-gesellschaftlichen-trauer-bis-zum-horizont-der-revolution\/","title":{"rendered":"Von der gesellschaftlichen Trauer bis zum Horizont der Revolution"},"content":{"rendered":"<section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p style=\"text-align: left;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3493 alignleft\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?w=300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?resize=80%2C80&amp;ssl=1 80w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?resize=36%2C36&amp;ssl=1 36w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?resize=180%2C180&amp;ssl=1 180w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?resize=120%2C120&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die blutige Repression des Aufstands vom 18 Januar 2026 markiert den Eintritt der iranischen Gesellschaft in eine qualitativ neue Phase ihrer historischen Entwicklung \u2013 eine Phase, die nicht blo\u00df durch eine vor\u00fcbergehende Stilllegung des \u00f6ffentlichen Raums gekennzeichnet ist, sondern durch einen Zustand verdichteter gesellschaftlicher Trauer, kollektiver Traumatisierung, internalisierter Wut und kollektive Ungewissheit. Die scheinbare Ruhe auf den Stra\u00dfen ist kein Ausdruck Stabilisierung, sondern Resultat eines durch Gewalt erzeugten Schockzustands. Die Gesellschaft ist verwundet \u2013 durch massenhafte T\u00f6tungen, systematische Verhaftungen, nackte staatliche Gewalt und systematische Erniedrigung. Tausende Familien befinden sich in Trauer, hunderte St\u00e4dte im Zustand sozialer L\u00e4hmung, Millionen Menschen sind von psychischer Ersch\u00f6pfung und kollektiver Traumatisierung betroffen. Es handelt sich um eine tiefgreifende Form gesellschaftlicher Trauerarbeit, die \u2013 ohne politische Auseinandersetzung und Vorbereitung eines bewusst organisierten Kampfes f\u00fcr eine soziale Revolution\u2013 in Demoralisierung, Atomisierung und sukzessive Unterwerfung umschlagen kann.<br \/>\nDie strategische Kernfrage lautet: Wird diese kollektive Trauer in Entpolitisierung und Fragmentierung der subalternen Klassen m\u00fcnden \u2013 oder kann sie in eine bewusste, organisierte und revolution\u00e4re Energie transformiert werden, die auf die \u00dcberwindung der bestehenden Produktions- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse zielt? Die Geschichte klassenk\u00e4mpferischer Bewegungen zeigt, dass Trauer, sofern sie durch politische Organisation und revolution\u00e4res Bewusstsein vermittelt wird, in eine materielle Kraft umschlagen kann, die zur Reorganisation kollektiver Handlungsf\u00e4higkeit beitr\u00e4gt.<br \/>\nDer Aufstand vom 18. Januar entwickelte sich auf dem Boden einer kapitalistisch strukturellen Krise und eines religi\u00f6s-despotisches Regime im Iran. Diese Krise manifestiert sich in der Erosion der Reproduktionsbedingungen der Arbeitskraft: im kontinuierlichen Realwertverlust der L\u00f6hne, in der Massenarbeitslosigkeit und der Zerst\u00f6rung des sozialen Sicherungssystems. Der Verfall der nationalen W\u00e4hrung und die sprunghafte Entwertung infolge der Wechselkursdynamik fungierten lediglich als ausl\u00f6sende Momente; strukturell entscheidend war die Transformation der \u00f6konomischen Krise in eine umfassende Hegemoniekrise des politischen Herrschaftsapparates. Die F\u00e4higkeit des Staates, gesellschaftliche Widerspr\u00fcche durch materielle Zugest\u00e4ndnisse, ideologische Integration oder selektive Repression zu regulieren, geriet an ihre Grenzen. Unter solchen Bedingungen \u00fcberschritt die Bewegung notwendig den Rahmen der rein \u00f6konomischer Forderungen und artikulierte sich als implizite Infragestellung des gesamten Machtapparats.<br \/>\nDie Reaktion des Islamischen Regimes bestand in der unmittelbaren Aktualisierung des staatlichen Gewaltmonopols in seiner nackten Anwendung. Die Extensive physische Vernichtung, massenhafte Inhaftierungen und die Militarisierung des \u00f6ffentlichen Raums zielten auf die Herstellung eines generalisierten Einsch\u00fcchterungseffekts, um die gesellschaftliche Initiative zu brechen und sie in einen Zustand passiver Reproduktion zur\u00fcckzuf\u00fchren. Kurzfristig konnte dadurch die offene Pr\u00e4senz der revoltierenden Massen im urbanen Raum einged\u00e4mmt werden. Ohne die Intervention organisierter revolution\u00e4rer Kr\u00e4fte besteht jedoch die Gefahr, dass die Niederlageerfahrung in politische Desorientierung, strategische Vereinzelung und den Verlust kollektiver Handlungsf\u00e4higkeit umschl\u00e4gt. Zugleich bleiben die objektiven Krisenbedingungen \u2013 die strukturellen Widerspr\u00fcche der kapitalistischen Akkumulation und die autorit\u00e4re Verfasstheit des Staates \u2013 wirksam und reproduzieren fortw\u00e4hrend das Potenzial erneuter sozialer Explosionen.<br \/>\nUnter solchen Bedingungen gewinnt die Aufgabe bewusster und revolution\u00e4rer Kr\u00e4fte \u2013 insbesondere der Kommunisten\u2013 eine qualitativ gesteigerte Bedeutung. Die Gesellschaft befindet sich gegenw\u00e4rtig in einer komplexen Konstellation widerspr\u00fcchlicher Affektlagen: Zorn \u00fcber die manifeste Klassenunterdr\u00fcckung und das vergossene Blut, Trauer um die Gefallenen sowie eine hartn\u00e4ckige Hoffnung, die aus der Erfahrung der eigenen kollektiven Handlungsf\u00e4higkeit hervorgeht und darauf beharrt, dass dieser Zustand keine dauerhafte Reproduktionsform gesellschaftlicher Herrschaft sein kann.<br \/>\nDiese Hoffnung entspringt keiner voluntaristischen Illusion, sondern ist materiell verankert in der real vorhandene Strukturkrisen, aus welchen das Regime keinen Ausweg finden kann.<br \/>\nGleichwohl k\u00f6nnen Zorn und Ersch\u00f6pfung, sofern sie nicht durch politisches Bewusstsein vermittelt werden, in gef\u00e4hrliche Sackgassen f\u00fchren. Eine dieser Sackgassen besteht in der Parole vom Sturz der Islamischen Republik \u201eum jeden Preis\u201c. Die historische Erfahrung lehrt, dass eine solche Haltung objektiv den Kr\u00e4ften den Weg ebnet, die bei formaler Ver\u00e4nderung der Staatsform die kapitalistische Produktionsweise und den bestehenden Staatsapparat unangetastet lassen wollen. Monarchistische Str\u00f6mungen, Referendumsbef\u00fcrworter und Anh\u00e4nger einer verfassungsgebenden Versammlung unterscheiden sich in ihren institutionellen Vorschl\u00e4gen, teilen jedoch einen strategischen Fluchtpunkt: die Verhinderung einer sozialen Revolution und die Bewahrung der grundlegenden Eigentums- und Machtverh\u00e4ltnisse. Die ideologische Entlarvung dieser Tendenzen sowie eine klare klassenpolitische Abgrenzung von ihnen sind integraler Bestandteil des gegenw\u00e4rtigen Kampfes.<br \/>\nDie zentrale Lehre des Aufstands vom 18. Januar besteht darin, dass eine formlose, wenn auch massenhafte und mutige Beteiligung der Massen am Kampf f\u00fcr den Sieg nicht ausreicht.<br \/>\nDie Geschichte revolution\u00e4rer Prozesse zeigt, dass die breite Mobilisierung der Massen ohne Organisation und Klassenbewusstsein keineswegs die Verwirklichung ihrer Interessen garantiert, sondern unter Umst\u00e4nden selbst zum Moment der Reproduktion reaktion\u00e4rer Herrschaft werden kann. Eine unorganisierte Masse ohne positive, programmatisch bestimmte Forderungen bringt zwar eine gewaltige materielle Kraft auf die B\u00fchne der Geschichte, ist jedoch aufgrund des Fehlens vom Staat unabh\u00e4ngiger Organisationsformen und kollektiver Entscheidungsstrukturen au\u00dferstande, die politische Richtung der Revolution zu bestimmen. Unter solchen Bedingungen f\u00e4llt die Initiative zwangsl\u00e4ufig jenen Kr\u00e4ften zu, die bereits \u00fcber h\u00f6here Organisationsgrade verf\u00fcgen \u2013 Kr\u00e4ften, deren Ziel nicht die radikale Umw\u00e4lzung der Eigentums- und Machtverh\u00e4ltnisse, sondern die Einhegung und Umlenkung der Massenbewegung ist.<br \/>\nIn der Phase der Entscheidung \u00fcber die alternative Staatsform verwandelt sich diese Unorganisiertheit objektiv in eine Situation, in der die Massen zur blo\u00dfen Man\u00f6vriermasse reaktion\u00e4rer Formationen degradiert werden. Sie stellen die Stra\u00dfenmobilisierung und tragen die Kosten der Repression, w\u00e4hrend die politische Entscheidungsmacht und die Aneignung der Staatsgewalt in den H\u00e4nden organisierter Minderheiten liegen, deren Programm den Interessen der Arbeiterklasse und der werkt\u00e4tigen Schichten entgegensteht. Nur eine unabh\u00e4ngige klassenm\u00e4\u00dfige Organisierung \u2013 in Form von R\u00e4testrukturen, k\u00e4mpferischen Arbeiterorganisationen und einer revolution\u00e4ren F\u00fchrung \u2013 kann diese Verkehrung verhindern und gew\u00e4hrleisten, dass die materielle Kraft der Massen nicht zur blo\u00dfen Zirkulation von Eliten an der Spitze dient, sondern auf die revolution\u00e4re Transformation der bestehenden Ordnung gerichtet wird.<br \/>\nDas Regime besitzt keine reale historische Perspektive der dauerhaften Reproduktion und wird notwendigerweise gest\u00fcrzt werden; ihre relative Stabilit\u00e4t bis heute ist jedoch Resultat der organisatorischen Schw\u00e4che der Bewegung, des Fehlens einer revolution\u00e4ren F\u00fchrung und der ausbleibenden konstituierten politischen Intervention der Arbeiterklasse als eigenst\u00e4ndiges Subjekt. Ohne bewusste Organisation werden Aufst\u00e4nde entweder gewaltsam zerschlagen oder in systemkonforme Bahnen umgeleitet.<br \/>\nDaher besteht unsere vordringlichste Aufgabe heute darin, zu verhindern, dass unterschiedliche gesellschaftliche Schichten in zuk\u00fcnftigen K\u00e4mpfen in unorganisierter, form- und orientierungsloser Masse auftreten. Ziel muss die Herausbildung einer bewussten, organisierten Kraft mit klaren positiven Forderungen sein. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Arbeitslosen und prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten \u2013 jenen Abschnitt der Gesellschaft, der bereits im letzten Aufstand eine zentrale Rolle spielte. Diese Personen entsprechen nicht dem klassischen Bild der \u201eFabrikarbeiter:innen\u201c, repr\u00e4sentieren jedoch eine potenziell explosive materielle Kraft. Die Repression hat dieses Potenzial nicht ausgel\u00f6scht; es handelt sich um ein Feuer unter der Asche. Unsere Aufgabe ist es, diese Schichten zu organisieren und ihre Energie in einen organisierten, zielgerichteten Klassenkampf zu kanalisieren.<br \/>\nEs gibt keinen Abk\u00fcrzungsweg zur Revolution. Die Vernetzung von Universit\u00e4t, Arbeitsumfeld und Stadtvierteln ist eine strategische Notwendigkeit. Ohne diesen Zusammenhang bleibt jede Sph\u00e4re isoliert und verwundbar. Studierende, Sch\u00fcler:innen, Arbeiter:innen, Lehrer:innen, Rentner:innen und Bewohner:innen proletarischer Quartiere besitzen jeweils spezifische Aufgabenfelder. Die Erfahrungen der Bewegung \u201eFrau, Leben, Freiheit\u201c zeigen, dass die Begrenzung des Kampfes auf ein einziges Terrain die Kosten der Repression erh\u00f6ht. Fortschrittliche Studierende m\u00fcssen erkennen, dass ihr Kampf \u00fcber den Campus hinausgeht, gleichzeitig aber Kontinuit\u00e4t und Erhalt der eigenen Kraft von zentraler Bedeutung sind. Arbeiter:innen m\u00fcssen in ihren Arbeitsbereichen organisieren, w\u00e4hrend Stadtviertel zu Knotenpunkten kollektiver Solidarit\u00e4t und Widerstandskraft werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIn einer Gesellschaft, die faktisch in einem Kriegszustand lebt, deren \u00d6konomie, Bildungssystem und soziale Dienstleistungen zusammengebrochen sind, stellt sich die Frage nach der strategischen Aufgabe bewusster Kr\u00e4fte: Agitation, Propaganda und Organisation bleiben grundlegend, doch ihre konkrete Form ist entscheidend. Recht auf Gerechtigkeit, Unterst\u00fctzung der Verletzten, Solidarit\u00e4t mit den Familien der Get\u00f6teten und Inhaftierten, die Schaffung lokaler Solidarit\u00e4tskomitees \u2013 all dies ist nicht nur humanit\u00e4re Pflicht, sondern zugleich ein Akt der Rekonstruktion kollektiven Vertrauens und kollektiver Kampfkraft. Es darf nicht zugelassen werden, dass Familien und Betroffene mit ihrem Leid und ihrer Trauer isoliert bleiben. Es muss verbreitet werden, dass das Unrecht, das einer Familie widerf\u00e4hrt, ein Unrecht ist, das der gesamten Gesellschaft auferlegt wurde.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von Krieg oder Frieden befindet sich die iranische Gesellschaft in einer strukturellen und sich versch\u00e4rfenden Krise, die sich durch jedes Ereignis \u2013 sei es Repression oder Massenaufstand \u2013 reproduziert und innerhalb der bestehenden Ordnung nicht gel\u00f6st werden kann. Unter diesen Bedingungen besteht die Aufgabe der unterdr\u00fcckten Kr\u00e4fte darin, dauerhafte Formen kollektiver Solidarit\u00e4t und Organisation zu schaffen: lokale Solidarit\u00e4tskomitees in Stadtvierteln und Arbeitsbereichen, Unterst\u00fctzung der Betroffenen und trauernden Familien sowie die Organisation von Studierenden und fortschrittlichen Gruppen als Teil eines umfassenderen Kampfes. Nur durch solche fortschritlichen vereinten Organisationen kann die materielle Kraft der Massen auf den Weg einer realen sozialen Revolution gelenkt werden, w\u00e4hrend reaktion\u00e4re Kr\u00e4fte \u2013 seien es Monarchist:innen, Referendumsbef\u00fcrworter:innen oder Anh\u00e4nger:innen einer verfassungsgebenden Versammlung \u2013 entlarvt und isoliert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nGleichzeitig ist eine systematische Analyse der bisherigen Erfahrungen unabdingbar: Welche politischen Fehler wurden im Aufstand vom 18. Januar begangen, und welche organisatorischen Defizite traten zutage? Wie k\u00f6nnen f\u00fcr die unterschiedlichen Phasen eines Aufstands ad\u00e4quate Organisationsstrukturen geschaffen werden? Ein Aufstand ist kein singul\u00e4res Ereignis, sondern ein mehrstufiger, vielschichtiger Prozess. Jede Phase verlangt spezifische Formen der Organisation. Die intelligente Kombination von offener und verdeckter Organisationen, die Schaffung kleiner, zuverl\u00e4ssiger kommunistischer Kerne und deren Erhalt f\u00fcr entscheidende Momente sind grundlegende Anforderungen der gegenw\u00e4rtigen Periode.<br \/>\nDie Bildung geheimer kommunistischer Zellen ist insbesondere unter den gegenw\u00e4rtigen Krisenbedingungen eine dringende strategische Aufgabe. Diese Zellen m\u00fcssen klein, diszipliniert und fest im Arbeits- und Lebensumfeld verankert sein; in Kontakt mit den Massen, aber wachsam gegen\u00fcber Sicherheitsrisiken. Ihre Existenzberechtigung liegt in der Verkn\u00fcpfung von Theorie und Praxis und in der Vorbereitung auf die kommenden Wellen kollektiven Widerstands.<br \/>\nDie linken und kommunistischen Kr\u00e4fte befinden sich heute in einer der schwierigsten Phasen ihrer Geschichte: Sie sind sozial pr\u00e4sent, aber fragmentiert, unter Druck von Seiten der Regimes, der oppositionellen Bourgeoisie und eines reaktion\u00e4ren medialen Umfeldes. Dennoch liegt die historische Perspektive ausschlie\u00dflich in der Hand der Kommunist:innen. Nur sie k\u00f6nnen mit einem klaren Programm f\u00fcr Freiheit, Gleichheit, R\u00e4tedemokratie und \u00dcbertragung der Macht an die arbeitende Bev\u00f6lkerung den Weg er\u00f6ffnen \u2013 allerdings nur, wenn sie selbst als organisierte und disziplinierte Kraft auftreten.<br \/>\nDie objektive Realit\u00e4t der Gesellschaft zeigt, dass die blutige Repression des 18. Januar den Zyklus des Klassenkampfes nicht unterbrechen konnte. Bereits in der kurzen Zeit nach dem Massaker sind deutliche Anzeichen f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t und Reproduktion sozialen Widerstands sichtbar. Die Intensivierung studentischer K\u00e4mpfe an den Universit\u00e4ten, trotz permanenter Sicherheitsbedrohungen, beweist, dass die junge Generation nicht passiv bleibt, sondern neue Formen des Widerstands entwickelt. Gleichzeitig haben die Standhaftigkeit trauernder Familien und politischer Gefangener, durch Aufdeckung von Verbrechen und Weigerung, das Geschehene zu vergessen, eine der best\u00e4ndigsten und moralisch fundiertesten Formen des Widerstands hervorgebracht. Dar\u00fcber hinaus zeigen selbst die begrenzte Wiederaufnahme von Versammlungen von Rentner:innen und Arbeitsniederlegungen, dass Proteste gegen Wirtschafskrisen und strukturelle Ungerechtigkeit selbst unter extrem repressiven Bedingungen nicht vollst\u00e4ndig unterdr\u00fcckt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDiese Indikatoren verdeutlichen: Der Kampf ist zwar verwundet und fragmentiert, aber lebendig. Er flie\u00dft unter der Oberfl\u00e4che der Gesellschaft. Mit organisatorischer Verdichtung und Vernetzung dieser Brennpunkte kann er erneut auf eine h\u00f6here Ebene gehoben werden.<br \/>\nDer Aufstand vom 18. Januar hat die Gesellschaft in Trauer gest\u00fcrzt, doch diese Trauer kann zu fruchtbarem Boden f\u00fcr Hoffnung werden \u2013 Hoffnung, die organisiert, bewusst und verwurzelt ist. Unsere Aufgabe besteht darin, aus Trauer und Zorn ein neues Horizont des Kampfes zu formen; einen Kampf, der nicht auf formlose Masse setzt, sondern auf die organisierte Pr\u00e4senz von Arbeiter:innen, Unterdr\u00fcckten, Studierenden, Frauen und Sch\u00fcler:innen, und der sich in eine soziale Revolution f\u00fcr Arbeit, Brot, Freiheit und R\u00e4teregierung verwandelt.<\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":3493,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[53,32,56],"tags":[],"class_list":["post-3492","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kar_de","category-fe","category-fea_de"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ofogh-300x300-1.jpg?fit=300%2C300&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3492\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}