{"id":3203,"date":"2021-02-15T20:57:27","date_gmt":"2021-02-15T20:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/fedaian-minority.org\/?p=3203"},"modified":"2021-02-15T21:00:06","modified_gmt":"2021-02-15T21:00:06","slug":"50-jahre-kampf-fur-freiheit-und-sozialismus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/2021\/02\/15\/50-jahre-kampf-fur-freiheit-und-sozialismus-2\/","title":{"rendered":"Die Revolution von 1979 und die Rolle der Guerilla Organisation der Volksfedayin Iran (OIPFG) beim bewaffneten Aufstand von 11. Februar"},"content":{"rendered":"<div style='padding-bottom:10px; font-size:35px;' class='av-special-heading av-special-heading-h2  blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-0  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first   av-inherit-size '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Die Revolution von 1979 und die Rolle der Guerilla Organisation der Volksfedayin Iran (OIPFG) beim bewaffneten Aufstand von 11. Februar<\/h2><div class='special-heading-border'><div class='special-heading-inner-border' ><\/div><\/div><\/div>\n<section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3209\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/017397294_30300.jpg?resize=300%2C169&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/017397294_30300.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/017397294_30300.jpg?resize=450%2C254&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/017397294_30300.jpg?w=518&amp;ssl=1 518w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Am 11. Februar 1979 fand im Iran ein bewaffneter Aufstand statt, bei dem die Guerilla Organisation der Volksfedayin Iran (OIPFG) eine entscheidende Rolle spielte. Dieser Aufstand verhinderte, dass die \u00dcbertragung der Macht von einer Konterrevolution zur anderen friedlich und ungest\u00f6rt nicht stattfinden konnte. In den darauffolgenden zwei Jahren nach dem Aufstand war ein heftiger Kampf zwischen Revolution und Konterrevolution im Gange.<\/p>\n<p>Mit der Entwicklung der Bewegung in der zweiten H\u00e4lfte 1978 nahm der Einflu\u00df der Organisation unter den Massen tagt\u00e4glich zu. Obwohl die milit\u00e4rischen Operationen unserer Organisationseinheit nicht besonders umfangreich waren, hatten sie trotzdem aufgrund der herrschenden Bedingungen einen beachtlichen Einfluss und wurden positiv aufgenommen. Das trug aber auch zu einem \u00fcbertriebenen Bild von der Macht der Guerillas bei.<\/p>\n<p>Der Einfluss der OIPFG, um die Menschen f\u00fcr den Aufstand zu motivieren und darauf vorzubereiten, beschr\u00e4nkte sich nicht allein auf die\u00a0 milit\u00e4rischen Operationen einer begrenzten Anzahl von Mitgliedern zu dieser Zeit.<\/p>\n<p>Die OIPFG verf\u00fcgte landesweit \u00fcber Tausende aktive Unterst\u00fctzer:Innen. Die Universit\u00e4ten waren von Student:innen erobert, die OIPFG Sympathie entgegenbrachten. Die bewussten Arbeiter:innen und Werkt\u00e4tigen unterst\u00fctzen die Organisation.<\/p>\n<p>Die Freilassung der politischen Gefangenen hat die Macht der OIPFG vervielfacht. In den letzten Tagen des Schah-Regimes wurden vor allem in den Stra\u00dfen von Teheran mobile Barrikaden errichtet. Es kam zu einem Guerillakrieg mit den Streitkr\u00e4ften des Regimes. Daran waren die Kr\u00e4fte der OIPFG ma\u00dfgeblich beteiligt.<\/p>\n<p>Es wurden lokale Demonstrationen durchgef\u00fchrt. Mit entsprechenden Slogans wurde die Bev\u00f6lkerung ermutigt und motiviert, sich zu bewaffnen. So wurde die Bev\u00f6lkerung auf den Aufstand vorbereitet.<\/p>\n<p>Die Anh\u00e4nger der religi\u00f6sen reaktion\u00e4ren Gruppen spielten hierbei keine Rolle. In Form von schwarz gekleideten faschistischen Hisbollah-Gruppen hatten sie, bewaffnet mit Messer und Schlagstock, die Aufgabe, die Versammlungen der Kr\u00e4fte der OIPFG anzugreifen. Sie versuchten sogar die Slogans &#8220;Nieder mit dem Schah&#8221; zu verhindern.<\/p>\n<p>Am 10. Februar versammelten sich zehntausende Menschen auf dem Gel\u00e4nde der Teheraner Universit\u00e4t, um den Jahrestag der Gr\u00fcndung unserer Organisation (das war am 08. Februar 1971) zu feiern. W\u00e4hrenddessen verbreitete sich die Nachricht, dass die Rekruten der Luftwaffe in der Kaserne von Farahabad von der K\u00f6niglichen Garde angegriffen wurden. Gefolgt von OIPFG machten sich die Anwesenden auf zu der Kaserne, um den Rekruten zu helfen. Es wurden in mehreren Stra\u00dfen Barrikaden errichtet. Die Pr\u00e4senz von Zehntausenden im Osten Teherans, ermutigte die Massen, sich dem beginnenden Aufstand anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die reaktion\u00e4ren Banden, die auf eine ungest\u00f6rte Macht\u00fcbertragung gehofft und k\u00fcrzlich eine Regierung gebildet hatten, reagierten ver\u00e4ngstigt und panisch auf den Aufstand.<\/p>\n<p>Die Armee verh\u00e4ngte das Kriegsrecht. Khomeini warnte in einer Erkl\u00e4rung die Menschen vor dem Aufstand. In seiner Erkl\u00e4rung hei\u00dft es :&#8221; Ich m\u00f6chte, da\u00df alle Probleme friedlich gel\u00f6st werden und ich habe den heiligen Krieg noch nicht ausgerufen.&#8221; Kleinbusse mit Lautsprechern fuhren durch die Stra\u00dfen, um mitzuteilen, dass Khomeini keinen heiligen Krieg befohlen hat.<\/p>\n<p>Die Aufst\u00e4ndischen, die anfangs gr\u00f6\u00dftenteils aus den Kr\u00e4ften der Organisation bestanden, schenkten diesen Reaktion\u00e4ren keine Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Mit Molotov-Cocktails und alles, was sie hatten, versperrten sie den Weg der Panzer und z\u00fcndeten sie an, damit sie der\u00a0 k\u00f6niglichen Garde nicht helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach der Niederlage der k\u00f6niglichen Garde begann in der Nacht der Angriff auf die milit\u00e4rischen und polizeilichen Zentren der Repression. Die Aufst\u00e4ndischen wurden von den Kr\u00e4ften der Organisation angef\u00fchrt. Am Morgen des 11. Februar wurde die Garnison von Eshratabad angegriffen. Auch hierbei spielten die Kr\u00e4fte der Organisation eine entscheidende Rolle bei der Eroberung der Garnison. Das Milit\u00e4r leistete heftigen Widerstand. Es versammelten sich jedoch immer mehr Menschen. Sie rissen die Mauern der Kaserne nieder und str\u00f6mten hinein.<\/p>\n<p>Gegen Mittag wurde dieser Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt von den aufst\u00e4ndischen Massen erobert. Hier fielen gro\u00dfe Mengen Waffen in die H\u00e4nde der Bev\u00f6lkerung und gr\u00f6\u00dfere Menschengruppen bewaffneten sich. Unser Genosse Mallakootian kam hierbei ums Leben.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurde die Offiziersakademie ohne Widerstand eingenommen.<\/p>\n<p>Die Menge bewegte sich nun in Richtung der Garnison Jamshidieh. Eine Gruppe, darunter auch Mitglieder der Organisation, verbarrikadierte sich in einem Geb\u00e4ude gegen\u00fcber der Kaserne. Es gab bewaffnete Zusammenst\u00f6\u00dfe. Es wurde dunkel, als sich die Soldaten mit wei\u00dfen Laken in der Hand ergaben.<\/p>\n<p>Am 12. Februar, in der D\u00e4mmerung, machte sich eine Gruppe der Organisation auf den Weg zu Evin-Gef\u00e4ngnis. Nur ein Soldat in Zivil stand an der T\u00fcr. In dem Gef\u00e4ngnis befanden sich keine politischen Gefangenen mehr. In der Waffenkammer von Evin wurden Uzi-Maschinengewehre in mehreren Kisten aufbewahrt. Die Organisation wollte es erm\u00f6glichen, dass sich mehr Menschen bewaffnen k\u00f6nnen. Kurze Zeit sp\u00e4ter kamen die schwarz gekleideten Faschisten und hinderten die Massen daran, das Gef\u00e4ngnis zu betreten. Unsere Kameraden beschlagnahmten mehrere Uzi-Maschinengewehre und machten sich auf den Weg zu Garnison Saltanatabad.<\/p>\n<p>Bis Mittag hatten die revolution\u00e4ren Massen die Kaserne betreten und sich bewaffnet. In der Zwischenzeit hatte eine Gruppe unserer Genossinnen und Genossen begleitet von aufst\u00e4ndischen Massen die Garnison Bagh-e-Schah erobert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser zwei Tage waren die bewaffneten Einheiten unserer Organisation bei der Eroberung einer Reihe von Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten federf\u00fchrend beteiligt. Eine bewaffnete Einheit der Organisation, die an der Besetzung einiger Milit\u00e4rbasen beteiligt war, versuchte anschlie\u00dfend das\u00a0 Rundfunkzentrum einzunehmen. Hierbei kam der Kommandant der Einheit Genosse Ghassem Siadaty ums Leben.<\/p>\n<p>In anderen St\u00e4dten spielten die Kr\u00e4fte unserer Organisation \u00fcberall, wo die Menschen die Zentren der Unterdr\u00fcckung angriffen, eine aktive Rolle und Pr\u00e4senz.<\/p>\n<p>Dieser Aufstand war ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr die Organisation und erweiterte ihren Einfluss und Glaubw\u00fcrdigkeit. Ob es ohne die aktive Rolle unserer Organisation zum bewaffneten Aufstand gekommen w\u00e4re, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. Die Reaktion\u00e4ren hatten sich bereits verst\u00e4ndigt. Imperialistische M\u00e4chte hatten sich darauf geeinigt, dass der Schah gehen muss und die Macht an die reaktion\u00e4ren Gruppen um Khomeini \u00fcbertragen werden soll. Der amerikanische General Huyser hatte auf einem Treffen den Milit\u00e4rkommandanten gesagt, dass sie der neuen Macht Folge leisten sollen. Die Repressionsorgane sollten intakt \u00fcbergeben werden.<\/p>\n<p>Khomeini war bereits in den Iran zur\u00fcckgekehrt und hatte Mehdi Bazargan mit der Kabinettsbildung beauftragt. In einer Fernsehansprache gab Bazargan bekannt, dass die Armee mit der neuen Regierung zusammenarbeiten wird.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung Khomeinis am 11. Februar, um die Massen vor dem Aufstand und Besetzung der Kasernen zu warnen, zeigte deutlich, dass diese Reaktion\u00e4re vehement gegen den Aufstand waren.<\/p>\n<p>Die besondere Rolle unserer Organisation bei dem bewaffneten Aufstand wird damit deutlich. Welche Bedeutung und Nutzen dieser Aufstand f\u00fcr die Menschen hatte, ist ein anderes Thema.<\/p>\n<p>Dieser Aufstand hatte zweierlei Resultate. Einerseits \u00fcbernahm ein reaktion\u00e4rer Block die politische Macht. Andererseits hatten sich die Massen bewaffnet und waren entschlossen, ihre Errungenschaften der Revolution zu bewahren und ihre Forderungen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Das Regime konnte die Menschen nicht unmittelbar unterdr\u00fccken, da sich Armee, Polizei und Geheimdienste, darunter auch Savak, aufl\u00f6sten.<\/p>\n<p>Ein zweij\u00e4hriger Konflikt mit intensivsten Klassenk\u00e4mpfen, bewaffneten und unbewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Revolution und Konterrevolution dauerte bis 1981. Nach dem das Regime seine Streitkr\u00e4fte und Repressionsorgane wieder aufbauen konnte, \u00fcberwand es diesen Konflikt im Jahre 1981 mit einem massiven Angriff und der T\u00f6tung von Tausenden. Damit scheiterte die Revolution endg\u00fcltig.<\/p>\n<p><em>Artikel aus KAR Nummer 907, erschienen am 07. Februar 2021<\/em><\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. Februar 1979 fand im Iran ein bewaffneter Aufstand statt, bei dem die Guerilla Organisation der Volksfedayin Iran (OIPFG) eine entscheidende Rolle spielte. Dieser Aufstand verhinderte, dass die \u00dcbertragung der Macht von einer Konterrevolution zur anderen friedlich und ungest\u00f6rt nicht stattfinden konnte. 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