{"id":3079,"date":"2020-09-11T13:43:03","date_gmt":"2020-09-11T13:43:03","guid":{"rendered":"https:\/\/fedaian-minority.org\/?p=3079"},"modified":"2021-03-11T11:34:21","modified_gmt":"2021-03-11T11:34:21","slug":"das-feuer-im-fluchtlingslager-moria-auf-lesbos-und-die-frage-von-flucht-und-migration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/2020\/09\/11\/das-feuer-im-fluchtlingslager-moria-auf-lesbos-und-die-frage-von-flucht-und-migration\/","title":{"rendered":"Das Feuer im Fl\u00fcchtlingslager Moria auf Lesbos und die Frage von Flucht und Migration"},"content":{"rendered":"<div style='padding-bottom:10px; font-size:35px;' class='av-special-heading av-special-heading-h2  blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-0  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first   av-inherit-size '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Das Feuer im Fl\u00fcchtlingslager Moria auf Lesbos und die Frage von Flucht und Migration<\/h2><div class='special-heading-border'><div class='special-heading-inner-border' ><\/div><\/div><\/div>\n<section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3083\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Fluchtlingslager-Moria.jpg?resize=300%2C169&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Fluchtlingslager-Moria.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Fluchtlingslager-Moria.jpg?resize=450%2C253&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Fluchtlingslager-Moria.jpg?w=700&amp;ssl=1 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Am Mittwoch den 09. September gegen 02:00 Uhr morgens wurden gro\u00dfe Teile des Fl\u00fcchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos durch einen Brand v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Die Bewohner*innen des Lagers fl\u00fcchteten vor dem Feuer und wurden obdachlos. Die Bedingungen in diesem Lager, das f\u00fcr die Aufnahme von ca. 3000 Gefl\u00fcchtete ausgelegt war und in dem mittlerweile 13000 Menschen eingesperrt waren, war immer menschenunw\u00fcrdig und katastrophal. Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und das Auftreten von ersten Infektionsf\u00e4llen, weshalb das Lager unter Quarant\u00e4ne gestellt wurde, wurde diese Notlage weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>NGOs und Fl\u00fcchtlingshilfsorganisationen weisen immer wieder auf diese katastrophale und menschenunw\u00fcrdige Notlage hin und verlangen, dass die Gefl\u00fcchtete und Migrant*innen (das sind ca. 42000 Menschen in Camps auf Lesbos) evakuiert und unter den aufnahmewilligen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern verteilt werden. Durch die Initiativen wie \u201esichere H\u00e4fen\u201c haben sich viele St\u00e4dte und Kommunen zur Aufnahme von Gefl\u00fcchteten und Migrant*innen bereit erkl\u00e4rt. Das Ergebnis dieser Anstrengungen ist bislang die Aufnahme weniger unbegleiteter Kinder und Jugendliche u.a. durch die Bundesrepublik Deutschland gewesen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung und das Erstarken rechtsextremer und neofaschistischer Parteien und Gruppierungen in den vergangenen Jahren in fast allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, hat die Bedingungen, gesetzliche Bestimmungen und generell die Bereitschaft zur Aufnahme von Gefl\u00fcchteten drastisch erschwert. Unter dem Deckmantel \u201eSchutz der europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen\u201c wurden einige Abkommen mit faschistoiden Regimes wie Erdogans Regierung bzw. den in Libyen herrschenden kriminellen Banden unterzeichnet. Zur Abschreckung wurde das Lager Moria in diesem Zustand aufrechterhalten, damit weniger Gefl\u00fcchtete nach Europa kommen.<\/p>\n<p>Aktuell hat sich die EU f\u00fcr die Evakuierung und die Aufnahme von ca. 400 unbegleiteten Kindern und Jugendlichen bereit erkl\u00e4rt. Das Lager soll evtl. wiederaufgebaut werden und der Status quo soll so lange aufrechterhalten werden, bis sich die EU auf eine einheitliche Linie in Fragen von Flucht und Migration (aus ehemaligen europ\u00e4ischen Kolonien) geeinigt hat!<\/p>\n<p>Wie erwartet schweigen alle Verantwortlichen der EU \u00fcber die eigentliche zentrale Frage und zwar der Evakuierung und die Verteilung der ca. 42000 Menschen, die in den Camps auf Lesbos untergebracht sind.<\/p>\n<p>Die Folgen des Kolonialismus, die Auspl\u00fcnderung der Ressourcen und Reicht\u00fcmer vieler unterentwickelter L\u00e4nder, insbesondere in Afrika, regionale Kriege, die erst durch Waffenlieferungen durch den globalen Norden erm\u00f6glicht werden, repressive und blutr\u00fcnstige Regimes, die Unterdr\u00fcckung und Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer \u00dcberzeugung, ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit, ihres Geschlechtes, Naturkatastrophen und Klimawandel \u2026. haben dazu gef\u00fchrt, dass stets Millionen Menschen auf der Flucht sind. Das Fehlen von Gesetzen und der M\u00f6glichkeit einer legalen Migration f\u00fchren viele Menschen aus den ehemaligen Kolonien \u00fcber dieselben Routen, \u00fcber die w\u00e4hrend der urspr\u00fcnglichen Akkumulation und des Kolonialismus ihre Ressourcen und Reicht\u00fcmer zu den Kolonialm\u00e4chten kamen, nach globalen Norden. Im globalen Norden werden sie als \u201eWirtschaftsfl\u00fcchtlinge\u201c beschimpft. Gerne wird vergessen, dass es diesen Menschen ums \u00dcberleben geht. Au\u00dferdem wird verschwiegen, dass es immer noch auf \u00f6konomischer Ebene neokoloniale Beziehungen zwischen den Heimatl\u00e4ndern der Migrant*innen und ehemaligen Kolonialm\u00e4chten existieren.<\/p>\n<p>Raub, Krieg und Massenmord als Merkmale der kapitalistischen Ordnung, die einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr Flucht und Migration ist, werden durch die Erfindung von Begriffen wie \u201eAsyltourismus\u201c und \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c und dem Einsatz von Instrumenten wie Rassismus und Neofaschismus verdeckt.<\/p>\n<p>Das Auslandskomitee der Organisation der Fadaian (Aghaliyat) fordert die sofortige Evakuierung und Verteilung von Gefl\u00fcchteten und Migrant*innen, die in den Fl\u00fcchtlingslagern in Griechenland und anderen L\u00e4ndern wie Italien, Malta und Spanien leben. Wir wollen nicht akzeptieren, dass tagt\u00e4glich Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken, wir wollen nicht hinnehmen, dass durch die \u00c4nderung bzw. Versch\u00e4rfung des Seerechtes die NGOs und andere Hilfsorganisationen daran gehindert werden, den Schutzsuchenden zu helfen, wir wollen nicht akzeptieren, dass sich immer wieder aufgrund europ\u00e4ischer Gesetze L\u00e4nder wie Italien, Malta oder Spanien tagelang weigern k\u00f6nnen, gerettete Gefl\u00fcchtete aufzunehmen.<\/p>\n<p>Wir wollen diese menschenunw\u00fcrdige Situation beenden, die das Ergebnis der Politik der europ\u00e4ischen Regierungen im Umgang mit dem Thema Flucht, Migration und Aufnahme von Gefl\u00fcchteten und der Versch\u00e4rfung der Einwanderungsgesetze in Europa ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Sofortige und bedingungslose Evakuierung und Verteilung von Gefl\u00fcchteten aus Lagern auf Lesbos!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>F\u00fcr uneingeschr\u00e4nktes Recht auf Asyl!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Auslandskomitee der Organisation der Fadaian (Aghaliyat)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>11 September 2020<\/strong><\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch den 09. 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