{"id":3011,"date":"2020-04-13T12:20:18","date_gmt":"2020-04-13T12:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/fedaian-minority.org\/?p=3011"},"modified":"2021-03-11T11:39:27","modified_gmt":"2021-03-11T11:39:27","slug":"die-aktuelle-krise-schwerwiegender-als-vor-einem-jahrzehnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/2020\/04\/13\/die-aktuelle-krise-schwerwiegender-als-vor-einem-jahrzehnt\/","title":{"rendered":"Die aktuelle Krise, schwerwiegender als vor einem Jahrzehnt"},"content":{"rendered":"<div style='padding-bottom:10px; font-size:35px;' class='av-special-heading av-special-heading-h2  blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-0  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first   av-inherit-size '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Die aktuelle Krise, schwerwiegender als vor einem Jahrzehnt<\/h2><div class='special-heading-border'><div class='special-heading-inner-border' ><\/div><\/div><\/div>\n<section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3005\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MW-ID971_corona_20200407121728_ZQ.jpg?resize=300%2C169&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MW-ID971_corona_20200407121728_ZQ.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MW-ID971_corona_20200407121728_ZQ.jpg?resize=450%2C253&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/MW-ID971_corona_20200407121728_ZQ.jpg?w=660&amp;ssl=1 660w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Das weltweite kapitalistische System hat seit Jahren durch aufeinanderfolgende \u00f6konomische, soziale und politische Krisen sein Bankrott offenbart. Es hat gezeigt, dass das Zeitalter dieses maroden und verfaulten Systems bereits vor\u00fcber ist. Es muss durch eine sozialistische Ordnung ersetzt werden, die auf freien und gleichen Menschen beruht.<\/p>\n<p>In der aktuellen Coronavirus-Pandemie, w\u00e4hrend weltweit Tausende Menschen erkranken oder gar sterben und die Weltwirtschaft stillsteht, wurde dies besonders deutlich. Es ist eine Tatsache, dass die Menschheit in der auf Klassen, auf Profit und Ausbeutung beruhende kapitalistische Ordnung ausser Tod, Armut und Elend, Arbeitslosigkeit, Krieg, Vertreibung, ansteckende Krankheiten, Angst und Perspektivlosigkeit nichts anderes erwartet.<\/p>\n<p>Die Folgen der gro\u00dfen Krise vor einem Jahrzehnt sind noch vorhanden, w\u00e4hrend mit der Coronavirus Pandemie die kapitalistische Ordnung mit einer schwerwiegenden, tiefgreifenden Krise konfrontiert wurde.<\/p>\n<p>Bereits Ende 2018 war festzustellen, dass die kapitalistische Welt bald mit einer neuen Wirtschaftskrise konfrontiert sein wird. Aufgrund des R\u00fcckgangs der Wachstumsraten in den wichtigsten kapitalistischen L\u00e4ndern, sagten der IWF und andere internationale Finanzinstitute die kommende Krise ab Ende 2019 voraus.<\/p>\n<p>In IWF &#8211; Bericht von April 2019 steht:&#8221; die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t ist im zweiten Halbjahr 2018 zur\u00fcckgegangen. Chinas Wachstum ging unter dem Druck von Handelskrieg und Bankenkontrolle zur\u00fcck und der Euroraum hat an Dynamik verloren&#8221;.<\/p>\n<p>Die Einsch\u00e4tzung des IWF war, dass das Wachstum des BIP in den entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern, das 2018 auf 2,2% zur\u00fcckging, im Jahre 2019 bei etwa 1.8% liegen wird. Dabei geht das Wachstum in der EU von 1,8% auf 1,3% und in den USA von 2,9% auf 2,3% zur\u00fcck. Die BIP-Wachstumsrate in Japan wurde ein Prozent und in China 6,5 Prozent betragen.<\/p>\n<p>Der OECD-Berichtet \u00fcber globale Schulden stellt fest, dass diese ein Drittel \u00fcber 2008 sind und das Dreifache des weltweiten BIP \u00fcbersteigen. Sie betrugen 2018 ca. 193 Trillionen Dollar, was 318 Prozent des weltweiten BIP entspricht.<\/p>\n<p>Diese Schulden werden in dem Bericht nicht nur als ein gro\u00dfes finanzielles Risiko bewertet, sondern auch als eine Quelle f\u00fcr die Anf\u00e4lligkeit w\u00e4hrend des wirtschaftlichen Abschwungs.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Coronavirus Pandemie war der Ausbruch der neuen Krise unvermeidbar. Corona hat lediglich diesen Prozess beschleunigt und gab ihm neue Dimensionen. Zeitgleich st\u00fcrzten die B\u00f6rsenkurse zuerst im Februar und in einer zweiten Runde dann im M\u00e4rz ab.<\/p>\n<p>Die FED, die die Zinsen auf Null Prozent reduziert hatte, gab ein Konjunkturprogramm in H\u00f6he 700 Milliarden Dollar bekannt. In darauffolgenden Schritten sollen die Anleihen von US-Unternehmen in H\u00f6he von 1500 Milliarden Dollar aufgekauft werden. Dieser Betrag kann u. U. auf 4000 Milliarden Dollar erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Donald Trump hat ein Hilfspaket von 2000 Milliarden Dollar in Kongress und Senat verabschieden lassen, um eine Rezession abzuwenden. Dabei sind 350 Mrd als Kredit f\u00fcr kleine Unternehmen, 500 Mrd f\u00fcr Fluggesellschaften und andere Unternehmen vorgesehen. F\u00fcr Familien gibt es 1200 Dollar (sog. Helikoptergeld) und f\u00fcr jedes 500 Dollar, um damit den Aufschwung zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Der erhoffte Effekt ist ausgeblieben und die m\u00e4chtigste Wirtschaft der Welt befindet sich in einer Rezession. 3,2 Millionen (aktuell \u00fcber 6 Millionen) Menschen haben in den USA Arbeitslosengeld beantragt. Allein in der Gastronomie wird mit 7 Millionen Arbeitslose gerechnet.<\/p>\n<p>US-\u00d6konomen haben einen R\u00fcckgang des BIP im zweiten Quartal 2020 auf ca. 24 Prozent vorhergesagt. Wenn es sich bewahrheitet, dann wird der Schaden f\u00fcr die US-Wirtschaft das Dreifache von 2008 betragen.<\/p>\n<p>Analysten bewerten diese Krise als die schwerste seit dem zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Den europ\u00e4ischen Wirtschaftsm\u00e4chten wie Deutschland geht es nicht besser. Ein Rettungspaket in H\u00f6he von 550 Milliarden Euro f\u00fcr deutsche Unternehmen wurde sofort beschlossen. Das deutsche Wirtschaftsministerium geht von einem R\u00fcckgang des BIP auf ca. 5 Prozent f\u00fcrs laufende Jahr aus und sieht das Land mit einer st\u00e4rkeren Rezession seit der Finanzkrise von 2008 konfrontiert.<\/p>\n<p>Das M\u00fcnchener IFO Institut beziffert den wirtschaftlichen Schaden bei ca. 729 Mrd Euro. Sollte der Shutdown der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t drei Monate dauern, w\u00fcrde der Schaden zwischen 354 bis 729 Mrd Euro betragen und das BIP wurde 10 bis 21 Prozent zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Die Situation in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist noch schlimmer. Die EZB hat 750 Mrd Euro, Frankreich 345 Mrd Euro, England 330 Mrd Pounds und die G20 L\u00e4nder Hilfspakete in H\u00f6he 5 Trillionen Dollar vorgesehen.<\/p>\n<p>Der IWF, der von einer Rezession ausgeht, fordert ein Hilfspaket von 2,5 Trillionen Dollar f\u00fcr die Schwellenl\u00e4nder wie Brasilien.<\/p>\n<p>Auch in Asien sind die wichtigsten L\u00e4nder mit einer ernsthaften Wirtschaftskrise konfrontiert.<\/p>\n<p>In China ging das BIP in den ersten zwei Monaten des Jahres auf 13 Prozent und der Export auf 16 Prozent zur\u00fcck. Die Situation in S\u00fcdkorea und Japan ist auch die trotz gro\u00dfer staatlicher Finanzpakete zur Rettung der Wirtschaft \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>In den L\u00e4ndern wie Thailand und Singapur, wo Tourismus eine entscheidende Einnahmequelle ist, handelt es sich um erhebliche Verluste. Auch f\u00fcr Erd\u00f6lexportierende L\u00e4nder ist die Situation durch die Senkung des \u00d6lpreises auf ca. 30 Dollar je Barrel \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Die aktuelle weltweite Krise des Kapitalismus hat eine Reihe unmittelbarer Folgen, darunter f\u00fcr Arbeiterinnen und Arbeiter in einem gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00df als vor einem Jahrzehnt. Diese Krise bedeutet f\u00fcr Millionen Arbeitslosigkeit, Verlust von Kaufkraft, Senkung des Lebensstandards und Ausweitung von beispielloser Armut.<\/p>\n<p>Es ist dar\u00fcber hinaus klar, dass es zu einer Ver\u00e4nderung in der internationalen Wirtschaftspolitik der Kapitalistenklasse kommen wird. Vor einem Jahrzehnt wurde durch die Krise das Scheitern von Globalisierung und neoliberaler Wirtschaftspolitik offengelegt. Heute ergreifen Regierungen Ma\u00dfnahmen, die dieser Politik zuwiderlaufen. Sie sind gezwungen, bankrotte Produktions- und Dienstleistungsunternehmen zu verstaatlichen. In Italien \u00fcbernahm der Staat die gr\u00f6\u00dfte Airline des Landes. In Spanien hat die Regierung die \u00f6ffentliche Gesundheitsversorgung verstaatlicht. Auch in Frankreich und Deutschland will der Staat krisengesch\u00fcttelte Unternehmen ohne oder mit geringer \u00dcberlebenschance \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Corona-Krise hat zu mehr Konzentration aufs Inland gef\u00fchrt und die Rolle des Staates und auch nationalistische Tendenzen verst\u00e4rkt. Durch diese Krise werden weitere L\u00e4nder den Weg von den USA und England einschlagen.<\/p>\n<p>Die EU war nicht einmal in der Lage, eine gemeinsame Politik in Umgang mit der Corona-Krise und ihren Kosten zu beschlie\u00dfen. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident warnt bereits vor der Gefahr des Zusammenbruchs der EU. Die Konfrontation zwischen den Staaten wird zunehmen. Die gr\u00f6\u00dften Gewinner von Globalisierung und Neoliberalismus werden am meisten unter jeglicher \u00c4nderung dieser Politik leiden.<\/p>\n<p>Das Ergebnis aktueller Ver\u00e4nderungen wird eine Versch\u00e4rfung von Widerspr\u00fcchen und Konflikten zwischen den Staaten sein.<\/p>\n<p>Die Coronavirus-Pandemie und die damit verbundene Wirtschaftskrise f\u00fchren zu ernsthaften Folgen f\u00fcr die Arbeiterklasse in den einzelnen L\u00e4ndern und weltweit. Die Versch\u00e4rfung des Widerspruches zwischen Arbeit und Kapital, die Ausweitung des Klassenkampfes in den entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern, der Aufstand der Hungernden in Entwicklungsl\u00e4ndern, die am meisten unter den Folgen dieser Krise leiden, sind eben die Folgen dieser Krise.<\/p>\n<p>Der Kapitalismus verf\u00fcgt \u00fcber keine L\u00f6sung f\u00fcr diese Widerspr\u00fcche und Krisen. Allein die Errichtung einer sozialistischen Ordnung ist ihre einzige endg\u00fcltige L\u00f6sung.<\/p>\n<p><em>Artikel aus KAR Nummer 863, Organ der Organisation der Fadaian (Aghaliyat), erschienen am 30.03.2020<\/em><\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das weltweite kapitalistische System hat seit Jahren durch aufeinanderfolgende \u00f6konomische, soziale und politische Krisen sein Bankrott offenbart. 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