{"id":2979,"date":"2020-02-23T21:09:11","date_gmt":"2020-02-23T21:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/fedaian-minority.org\/?p=2979"},"modified":"2021-03-11T11:39:56","modified_gmt":"2021-03-11T11:39:56","slug":"die-grosen-lehren-der-revolution-von-1979-die-wichtige-rolle-von-okonomischen-und-politischen-generalstreiks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/2020\/02\/23\/die-grosen-lehren-der-revolution-von-1979-die-wichtige-rolle-von-okonomischen-und-politischen-generalstreiks\/","title":{"rendered":"Die gro\u00dfen Lehren der Revolution von 1979, die wichtige Rolle von \u00f6konomischen und politischen Generalstreiks"},"content":{"rendered":"<div style='padding-bottom:10px; font-size:35px;' class='av-special-heading av-special-heading-h2  blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-0  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first   av-inherit-size '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Die gro\u00dfen Lehren der Revolution von 1979, die wichtige Rolle von \u00f6konomischen und politischen Generalstreiks<\/h2><div class='special-heading-border'><div class='special-heading-inner-border' ><\/div><\/div><\/div>\n<section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2983\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/oil-workers-strike-iran-78.jpg?resize=300%2C193&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/oil-workers-strike-iran-78.jpg?resize=300%2C193&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/oil-workers-strike-iran-78.jpg?resize=768%2C495&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/oil-workers-strike-iran-78.jpg?resize=705%2C454&amp;ssl=1 705w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/oil-workers-strike-iran-78.jpg?resize=450%2C290&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/oil-workers-strike-iran-78.jpg?w=894&amp;ssl=1 894w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Trotz der Niederlage der Revolution von 1979, bleiben der bewaffnete Volksaufstand vom 11. Februar 1979 und der Sturz des monarchistischen Regimes als eines der bedeutsamsten Ereignisse der Geschichte des Kampfes der iranischen Arbeiterinnen und Arbeiter und Werkt\u00e4tigen. Dieser Aufstand hat gezeigt, \u00fcber welche Macht die unterdr\u00fcckten Massen verf\u00fcgen. Sie sind in der Lage, binnen eines Tages die gesamte bewaffnete Macht der herrschenden Klasse zu zerschlagen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war der bewaffnete Aufstand das logische und entwickelte Resultat der Kampfformen der Arbeiterinnen und Arbeiter und Werkt\u00e4tigen w\u00e4hrend einer Revolution, die aus den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bed\u00fcrfnissen der iranischen Gesellschaft hervorging. Revolutionen, die Marx als Lokomotive der Geschichte bezeichnet, sind zwangsl\u00e4ufig. Trotz des Widerstandes der reaktion\u00e4ren Klassen gegen die gesellschaftlichen und historischen Bed\u00fcrfnisse der Menschheit f\u00fcr Ver\u00e4nderung, geschehen immer wieder diese Revolutionen, sie siegen und bringen die Geschichte der Menschheit voran.<\/p>\n<p>Nach der\u00a0 Niederlage der Revolution von 1979, auf deren Ursachen wir kurz noch eingehen werden, bem\u00fchten sich alle inl\u00e4ndischen und ausl\u00e4ndischen Reaktion\u00e4re, das Revolutionszeitalter im Iran f\u00fcr beendet und ihre Herrschaft f\u00fcr ewig zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t der iranischen Gesellschaft hat sie eines besseren belehrt. Es gibt im Iran erneut Ver\u00e4nderungen, die zu einer Revolution f\u00fchren k\u00f6nnten. Es ist daher notwendig, sich mit den wichtigsten und lehrreichsten Erfahrungen der letzten Revolution zu befassen, damit die Reaktion das Ergebnis des Kampfes der Massen von Arbeitern und Werkt\u00e4tigen nicht vernichten kann und ihre Revolution zum Sieg f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Eine besonders wichtige Lehre betrifft die Rolle der Kampf-, und Organisationsformen im Entwicklungsprozess der Revolution. Wenn wir auf die zweite H\u00e4lfte der 1970er Jahre zur\u00fcckblicken, stellen wir fest, dass es im Jahre 1977 zu vereinzelten Protesten in Form von Massendemonstrationen in einigen St\u00e4dten kam. Sie traten nach dem Massaker am 08.09.1978 durch das Schah-Regime in eine neue Phase. Am 09.09.1978 streikten ca. 200 Arbeiter der Teheraner Erd\u00f6lraffinerie. Sie zelteten begleitet von ihren Familien Tag und Nacht vor der Raffinerie, um ihre \u00f6konomischen Forderungen durchzusetzen. Dieser Streik, der zwei Monate lang geplant und vorbereitet worden war, wurde unter den neuen Bedingungen zum Ausgangspunkt f\u00fcr neue darauffolgende Streiks, an denen sich alle Erd\u00f6larbeiter beteiligten.<\/p>\n<p>Am 11.09.1978 streikte ein Teil der Besch\u00e4ftigten der Raffinerien in Tabriz , Isfahan und Abadan ebenfalls f\u00fcr ihre \u00f6konomischen Forderungen. Die Zahl der Streikenden war noch niedrig und es konnte weiterhin produziert werden. Nach September steigerten sich die Protestformen und weiteten sich aus.<\/p>\n<p>Ab Oktober wurden die Streiks der Erd\u00f6larbeiter besser koordiniert. An dem ersten landesweiten politischen Streik beteiligten sich neben Erd\u00f6larbeiter auch Arbeiter aus anderen Betrieben, Bankangestellten, medizinische Zentren und Staatsbediensteten. Sie forderten das Ende des Ausnahmezustandes, Freilassung aller politischen Gefangenen und die Aufl\u00f6sung von SAVAK (die ber\u00fcchtigte Geheimpolizei des Schah-Regimes). Ab Mitte Oktober erreichten diese Streiks ihren H\u00f6hepunkt. Die Erd\u00f6larbeiter bildeten ihre Streikkomitees und legten durch ihren Streik die Erd\u00f6lproduktion lahm. Das war ein wirkungsvoller Schlag gegen das Schah-Regime.<\/p>\n<p>Durch diesen Streik konnte sich die Bewegung weiter ausweiten und es kam zu landesweiten \u00f6konomischen und politischen Streiks.<\/p>\n<p>Gegen die Streiks, vor allem gegen die politischen Streiks der Erd\u00f6larbeiter, wurde ein Milit\u00e4rkabinett einberufen, das eine massive Unterdr\u00fcckung durchf\u00fchrte. Es gab zahlreiche Festnahmen und viele Anf\u00fchrer der Streiks mussten aus dem Untergrund weiterk\u00e4mpfen. Einen Monat lang gab es keine Streiks. Die Erd\u00f6larbeiter wurden gezwungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Erd\u00f6lproduktion erreichte das alte Niveau.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend aber die Revolution voll im Gang war, konnten die Streiks selbst durch brutale Unterdr\u00fcckung nicht verhindert werden.<\/p>\n<p>Die Erd\u00f6larbeiter hatten sich zwischenzeitlich besser organisiert. Die Streikkomitees bauten ihre Koordination und Verbindungen aus und begannen entschlossener ihre Streiks.<\/p>\n<p>Am 14.12.1978 begann der Streik der Erd\u00f6larbeiter aller Raffinerien und Erd\u00f6lfelder und -Anlagen mit \u00fcberwiegend politischen Forderungen. Die Streikkomitees \u00fcbernahmen dort die Kontrolle \u00fcber die Produktion. Die Erd\u00f6lproduktion wurde von 6 Millionen Barrel pro Tag auf eine Million und wenig sp\u00e4ter auf Null reduziert. Das Schah-Regime war finanziell ruiniert. Die gesamte Wirtschaft, Produktionsst\u00e4tten und Dienstleistungen waren von einer sich vertiefenden Krise erfasst.<\/p>\n<p>Die politischen Folgen des Streiks waren schwerwiegender. Dieser Streik beg\u00fcnstigte die Streiks in anderen Betrieben sowie staatlichen und sonstigen Einrichtungen sowie die Massendemonstrationen.<\/p>\n<p>An sich f\u00fchrte der politische Generalstreik der Erd\u00f6larbeiter zu dem landesweiten politischen Generalstreik vor dem bewaffneten Aufstand. Arbeiterinnen und Arbeiter aus allen Branchen schlossen sich dem politischen Generalstreik an.<\/p>\n<p>Die Anh\u00e4ngerschaft des Schah-Regimes wurde wackelig und verunsichert. Viele Soldaten und Offiziere der unteren R\u00e4ngen schlossen sich den aufst\u00e4ndischen Massen an. Die Macht war eigentlich in der Hand von Arbeiter*Innen und Werkt\u00e4tigen. Die Presse befreite sich von der Zensur und des Ausnahmezustandes. Die Universit\u00e4ten wurden wieder ge\u00f6ffnet und die Studierenden nahmen ihre organisierten Aktivit\u00e4ten erneut auf. Die Bediensteten von Ministerien und sonstigen Beh\u00f6rden ordneten sich den Streikkomitees unter. Den Ministern wurde der Zugang zu den Ministerien verweigert. \u00dcberall wurden Stra\u00dfenbarrikaden gebaut. Der politische Generalstreik und die Massenproteste haben alle objektiven und subjektiven Bedingungen f\u00fcr einen bewaffneten Aufstand als eine f\u00fcr die Arbeiterklasse spezifische Kampfform vorbereitet.<\/p>\n<p>Ohne den politischen Generalstreik war es nicht m\u00f6glich, das Schah-Regime in die Knie zu zwingen und die Bedingungen f\u00fcr den bewaffneten Aufstand zu schaffen.<\/p>\n<p>Das ist eine der wichtigsten Lehren der vorherigen Revolution f\u00fcr die aktuelle Situation. In den vergangenen zwei Jahren gab es zahlreiche Streiks, Demonstrationen und andere Proteste. Im vergangenen November erlebten wir den Aufstand der Werkt\u00e4tigen. Das, was fehlt und die brutale Unterdr\u00fcckung dieser Proteste erm\u00f6glicht, sind \u00f6konomische und politische Generalstreiks der Arbeiterinnen und Arbeiter , vor allem landesweite politische Streiks. Diese gro\u00dfe Schw\u00e4che der Bewegung, w\u00e4hrend die tiefgreifende politische Krise die ganze Gesellschaft umfasst und die objektiven Voraussetzungen f\u00fcr die Revolution vorhanden sind, verz\u00f6gert den Ausbruch der Revolution.<\/p>\n<p>Die dringende Hauptaufgabe der f\u00fchrenden und bewussten Teile der Arbeiterklasse besteht darin, die geheimen Streikkomitees mit dem Ziel der Errichtung von \u00f6konomischen und politischen Streiks der Arbeiterinnen und Arbeiter, zu bilden. Jegliche Verz\u00f6gerung vergr\u00f6\u00dfert die Gefahren, die die Bewegung bedrohen.<\/p>\n<p>Die Streikkomitees sind dar\u00fcber hinaus auch deshalb sehr wichtig, weil sie die Bedingungen schaffen, damit die Arbeiterklasse ihre Hegemonie und F\u00fchrungsrolle in der Bewegung erlangen kann. Au\u00dferdem da die iranische Arbeiterklasse \u00fcber ihre unabh\u00e4ngigen Klassenorganisationen nicht verf\u00fcgt, kann sie dadurch w\u00e4hrend der Streiks Organisationsformen finden, die Instrumente f\u00fcr die Erlangung der politischen Macht sind.<\/p>\n<p>Die Entstehung der Streikkomitees schafft nicht nur die Voraussetzungen f\u00fcr die Kontrolle von Produktion und Distribution, sondern daraus entstehen die R\u00e4te. In der Tat stellen die R\u00e4te die entwickelte Form der Streikkomitees dar. Die R\u00e4te als Organe des Aufstandes und der Aus\u00fcbung der politischen Macht, k\u00f6nnen als Massenorganisationen nur w\u00e4hrend des landesweiten politischen Streiks entstehen.<\/p>\n<p>Nun stellt sich die Frage, warum trotz der entscheidenden Rolle der iranischen Arbeiterklasse bei politischen Generalstreiks w\u00e4hrend der Revolution von 1979 und dem Sturz des Schah-Regimes, die Revolution niedergeschlagen wurde?<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage jeder Revolution ist die \u00dcbernahme der politischen Macht. Welche Gesellschaftsklasse die politische Macht erlangt, entscheidet den Ausgang der Revolution. Schafft es die revolution\u00e4re Klasse nicht, die politische Macht zu \u00fcbernehmen, bleibt eine Niederlage der Revolution die einzige Option.<\/p>\n<p>Trotz ihrer Rolle bei der Revolution von 1979 ergriff die Arbeiterklasse nicht die politische Macht. Der reaktion\u00e4ren Klasse mit religi\u00f6sem Charakter gelang u. a. deshalb die \u00dcbernahme der politischen Macht, weil die Arbeiterklasse nicht als eine Klasse mit einer eigenen unabh\u00e4ngigen Politik an Revolution teilnahm. Sie beteiligte sich als eine formlose Masse ohne Klassenidentit\u00e4t an eine allgemeine Volksbewegung, die von der b\u00fcrgerlichen Opposition gef\u00fchrt wurde. Statt die Bewegung zu f\u00fchren, folgte sie der Bourgeoisie und der religi\u00f6sen Reaktion. Aus dieser Sicht war die Niederlage der Revolution unausweichlich.<\/p>\n<p>Die Arbeiterklasse verf\u00fcgte nicht \u00fcber ihre unabh\u00e4ngige Klassenorganisation und Klassenbewusstsein. Das Schah-Regime war nicht das einzige Hindernis daf\u00fcr. Es hatte durch eine offene Diktatur und Unterdr\u00fcckung die gesamte Gesellschaft in Unwissenheit und Unterwerfung gehalten. Au\u00dferdem war die Zusammensetzung der Arbeiterklasse ein wichtiger Faktor. Mit der Ausnahme der Erd\u00f6lindustrie waren in den meisten anderen Branchen haupts\u00e4chlich Arbeitende besch\u00e4ftigt, die in Folge der Landreform in die St\u00e4dte gewandert waren, also Landbev\u00f6lkerung, die vorwiegend religi\u00f6s und unwissend waren. Das war ein wichtiger Grund, weshalb viele von ihnen einem Gauner und Betr\u00fcger wie Khomeini vertrauten.<\/p>\n<p>Nach 40 Jahren verf\u00fcgt die Arbeiterklasse \u00fcber ein anderes Bewusstsein und Solidarit\u00e4t. Sie hat nun die Gelegenheit, ihre bisherigen Erfahrungen zu nutzen und f\u00fcr eine soziale Arbeiterrevolution und ihren Sieg zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><strong><em>Artikel aus KAR Nummer 857, Organ der Organisation der Fadaian (Aghaliyat) erschienen am 03. Februar 2020<\/em> <\/strong><\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der Niederlage der Revolution von 1979, bleiben der bewaffnete Volksaufstand vom 11. 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