{"id":1859,"date":"2019-09-27T17:10:06","date_gmt":"2019-09-27T17:10:06","guid":{"rendered":"http:\/\/fedaian-minority.org\/?p=1859"},"modified":"2019-12-12T18:17:29","modified_gmt":"2019-12-12T18:17:29","slug":"28-jahre-kampf-fur-sozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/2019\/09\/27\/28-jahre-kampf-fur-sozialismus\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf Jahrzehnte Kampf f\u00fcr Freiheit und Sozialismun"},"content":{"rendered":"<div style='padding-bottom:10px; font-size:36px;' class='av-special-heading av-special-heading-h2  blockquote modern-quote modern-centered  avia-builder-el-0  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first   av-inherit-size '><h2 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >F\u00fcnf Jahrzehnte Kampf f\u00fcr Freiheit und Sozialismun<\/h2><div class='special-heading-border'><div class='special-heading-inner-border' ><\/div><\/div><\/div>\n<section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p align=\"left\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2096\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/siyahkal_rofagha-300x208.jpg?resize=300%2C208\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/siyahkal_rofagha.jpg?resize=300%2C208&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/siyahkal_rofagha.jpg?resize=450%2C312&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/siyahkal_rofagha.jpg?w=650&amp;ssl=1 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die gesamte Geschichte der Menschheit ist seit der Teilung der Gesellschaft in Klassen und der Entstehung der Klassengesellschaft durch Klassenk\u00e4mpfe gekennzeichnet.<br \/>\nIn jeder Epoche betrachten wir einen Kampf zwischen den zwei Hauptkr\u00e4ften der Gesellschaft, die einander gegen\u00fcberstehen. Die eine ist konservativ und reaktion\u00e4r, will die bestehende Ordnung aufrechterhalten. Sie f\u00fcrchtet sich vor Fortschritt und Umw\u00e4lzung, und unternimmt alles, um die historische Umw\u00e4lzung hinauszuz\u00f6gern. Das ist die herrschende und reaktion\u00e4re Klasse.<\/p>\n<p>Die mit ihr im Widerspruch stehende Kraft setzt sich aber f\u00fcr Bewegung und historischen Fortschritt und steht f\u00fcr Kampf gegen die bestehende Ordnung. Sie, die unterdr\u00fcckte Klasse, ist fortschrittlich und ihr geh\u00f6rt die Zukunft.<\/p>\n<p>Die gesamte Geschichte der Menschheit ist durch den heroischen Kampf und Selbstlosigkeit dieser fortschrittlichen Kraft f\u00fcr den Sturz der reaktion\u00e4ren Klassen, die Umw\u00e4lzung der wirtschaftlich- sozialen Ordnung und die Errichtung einer neuen Ordnung, gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Auch unsere Organisation ist im Laufe dieses Kampfes entstanden. Am 8.02.1971,- w\u00e4hrend einer der dunkelsten Epochen der Geschichte unseres Landes, die durch die offene und grenzenlose Diktatur, absolute Rechtlosigkeit, die Unterdr\u00fcckung demokratischer Rechte und politischer Freiheiten durch das Schah- Regime, das jegliche Form des Protestes und Widerstandes brutal unterdr\u00fcckte, gekennzeichnet war,- hat eine Gruppe revolution\u00e4rer Kommunisten, mit einem bewaffneten Angriff auf Gendarmerie Posten von Siahkal einen historischen Kampf gegen die bestehende Ordnung aufgenommen. Ihre Liebe und \u00dcberzeugung galt der Arbeiterklasse, Freiheit und der Befreiung der unterdr\u00fcckten Menschheit von jeglicher Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung. Ihr Hass richtete sich gegen die Unterdr\u00fccker und Ausbeuter.<br \/>\nSie begr\u00fcndeten eine Organisation, deren Ziele und Absichten die sozialistischen Ziele der Arbeiterklasse sind.<\/p>\n<p><strong>Die Entstehung der Guerillaorganisation der Volksfedajin Iran (OIPFG)<\/strong><\/p>\n<p>Um den Entstehungsprozess unserer Organisation nachvollziehen zu k\u00f6nnen, ist eine Analyse jener Bedingungen erforderlich, w\u00e4hrend derer die OIPFG entstand. Daher beginnen wir mit den 1960er Jahren und deren objektiven und subjektiven Bedingungen.<\/p>\n<p>Es handelt sich hierbei um eine infolge von Unterdr\u00fcckung und offener Diktatur ruhige Periode. Bis Ende der 1960er Jahre war die Massenbewegung mit einer Stagnation konfrontiert. Ab Mitte der 1960er Jahre jedoch, durch die Versch\u00e4rfung der Widerspr\u00fcche, entstehen allm\u00e4hlich offene Protestbewegungen. Diese kam zuerst in der Studentenbewegung zum Ausdruck und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Massenbewegung. Anl\u00e4sslich des Todes von Takhti und der Protest gegen die Tariferh\u00f6hungen f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel in Teheran zeigte sie sich nun \u00f6ffentlich. Von der spontanen Arbeiterbewegung gab es damals noch keine Anzeichen.<\/p>\n<p>In dieser Situation wuchs auch das Interesse f\u00fcr den Sozialismus vor allem unter den aktiven Kr\u00e4ften dieser Bewegung. Die kommunistische Bewegung entwickelte sich quantitativ und die Frage des organisierten Kampfes, des Verh\u00e4ltnisses der kommunistischen und Arbeiterbewegung und der Notwendigkeit der F\u00fchrung des Proletariats in der Bewegung wurde zur aktuellsten Frage der Bewegung.<\/p>\n<p>Die iranische Arbeiterbewegung verf\u00fcgte zu dieser Zeit weder \u00fcber ein Mindestma\u00df an Klassenorganisation noch Klassenbewusstsein und es bestand keine Verbindung zwischen ihr und der kommunistischen Bewegung. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr lagen in der Diktatur und Unterdr\u00fcckung des Schah- Regimes, dem Verrat der Tudeh- Partei und der Tatsache, dass sich infolge der anfangs der 1960er durchgef\u00fchrten Reformen viele Bauern und st\u00e4dtisches Kleinb\u00fcrgertum den Reihen der Arbeiterklasse angeschlossen hatten, denen noch die Charakteristika des Proletariats fehlten.<\/p>\n<p>Auch die kommunistische Bewegung litt an einer inneren Krise. Zersplitterung, Verwirrung und Tatenlosigkeit waren die Merkmale aller in dieser Epoche entstandenen Gruppen und Zusammenschl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Infolge der Niederlage und Auseinanderbrechen der Tudeh- Partei, entstanden aus ihren Gegnern zwei Str\u00f6mungen. Die eine sah die Ursache f\u00fcr die Niederlage der Tudeh- Partei nicht in ihrem reformistischen und vers\u00f6hnlerischen Charakter, sondern in dem Verrat der Parteif\u00fchrung. Sie setzte sich f\u00fcr die Reorganisation der Partei mit einer neuen F\u00fchrung. Die andere Str\u00f6mung grenzte sich nach au\u00dfen von dem Reformismus und Revisionismus der Tudeh Partei ab, besa\u00df jedoch dasselbe Gedankengut. Sie tr\u00e4umte von einem langwierigen Krieg der Massen und die Belagerung der St\u00e4dte durch die D\u00f6rfer nach dem Chinesischen Schema. Einige Zeit genossen diese beiden Str\u00f6mungen einen betr\u00e4chtlichen Einfluss in der Bewegung, da sie sich aber von der Denkrichtung der Tudeh- Partei nicht trennen und keine neue politische Richtung aufzeigen konnten, die den neuen Bedingungen entsprach, verloren sie sehr rasch ihren Einfluss.<\/p>\n<p>Die neu entstandenen Gruppen verf\u00fcgten \u00fcber nur sehr geringe Erfahrung. Bevor sie \u00fcberhaupt mit der Arbeiterklasse in Verbindung treten konnten, wurden sie durch die Polizei zerschlagen. Das hatte nat\u00fcrlich auch einen negativen Einfluss auf einige Gruppen und wurde zur Rechtfertigung von Tatenlosigkeit gehandhabt, die von der Tudeh- Partei propagiert wurde. Es wurde behauptet, dass im Augenblick nichts zu machen sei, man sollte sich nicht einmischen, vorerst sch\u00fctzen und auf eine g\u00fcnstige Situation warten.<\/p>\n<p>Solche Gruppen fielen nach einiger Zeit auseinander. Allgemein kann festgehalten werden, dass durch die permanenten Anschl\u00e4ge der Polizei, Verwirrung und Unf\u00e4higkeit, auf aktuelle Fragen der Bewegung zu antworten, die Unf\u00e4higkeit, mit der Arbeiterklasse in Verbindung zu treten, Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten in der internationalen kommunistischen Bewegung und die Tatenlosigkeit bestimmten und versch\u00e4rften die Krise.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gruppen, die weder nach russischem noch chinesischem Muster k\u00e4mpfen wollten, stellte sich die Frage <strong>was tun<\/strong>, um aus dieser Situation herauszukommen. Sie wollten die bestehende Situation nicht hinnehmen, die bestehende Sachgasse beseitigen und sich auf revolution\u00e4re Art in den Klassenkampf einmischen.<\/p>\n<p>Dies war aber nur aufgrund einer konkreten Analyse der bestehenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bedingungen m\u00f6glich, um auch aufgrund dessen die entsprechenden Kampf- und Organisationsformen sowie Slogans zu realisieren.<\/p>\n<p>Diese Aufgabe \u00fcbernahmen diejenigen, die unsere Organisation begr\u00fcndeten. Zum ersten Mal wurde eine konkrete Analyse der konkreten Situation im Iran erstellt. Auf wirtschaftlichem Gebiet wurde die Vorherrschaft der kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse aufgezeigt. Ihre Bedeutung lag darin, dass somit eine feste Grundlage f\u00fcr die k\u00fcnftigen Aktivit\u00e4ten der Kommunisten nun vorhanden war. Sie setzte einerseits der Verwirrung jener Gruppen, die nach dem chinesischen Schema den Iran noch als halb Feudal- halb Kolonie analysierten, ein Ende. Andererseits durch die Klarstellung der Rolle der abh\u00e4ngigen Bourgeoisie und des Imperialismus bei den Ver\u00e4nderungen im Iran wurde der These der Tudeh- Partei \u00fcber fortschrittlichen Charakter der durchgef\u00fchrten Ver\u00e4nderungen jegliche Grundlage entzogen.<\/p>\n<p>In politischer Hinsicht wurde aufgezeigt, dass trotz der Vorherrschaft der kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse und des b\u00fcrgerlichen \u00dcberbaus, der reaktion\u00e4re Charakter der politischen Macht unber\u00fchrt geblieben ist. Au\u00dferdem wurden die Ursachen und die Rolle der offenen Diktatur im abh\u00e4ngigen Kapitalismus des Iran verdeutlicht.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurde eine konkrete Antwort auf die konkrete Situation und die Rolle der Gesellschaftsklassen, die iranische Revolution und deren treibenden Kr\u00e4fte formuliert. Es fand \u00fcbrigens eine Abgrenzung von der Tudeh- Partei und den von ihr abgespaltenen Str\u00f6mungen statt. Ihre These von der revolution\u00e4ren und fortschrittlichen Rolle der so genannten Nationalbourgeoisie wurde widerlegt.<\/p>\n<p>Genosse Ahmadzadeh war der Ansicht, dass trotz des demokratischen Charakters der Revolution in ihrer ersten Stufe, weil \u201e der Kampf gegen die Vorherrschaft des Imperialismus, d.h. das internationale Kapital, bestimmte Elemente des Kampfes gegen das Kapital in sich hat\u201d und \u201e deshalb einige Elemente einer sozialistischen Revolution im Verlauf dieser anti-imperialistischen Revolution entstehen und w\u00e4hrend des Kampfes sich weiterentwickeln\u201d, \u201edaher kann die Nationalbourgeoisie wegen ihres Wesens in diesem Kampf nicht konsequent sein und wegen der historischen Bedingungen ihres Daseins und ihrer Verbindungen mit dem internationalen Kapital wird sie bei der Organisation der Massen schwanken und f\u00fcr diesen Zweck unf\u00e4hig sein.\u201d<br \/>\nEr geht noch einen Schritt weiter und spricht von ihrem endg\u00fcltigen Verschwinden: \u201e Die Nationalbourgeoisie wird zu Beginn ihrer Entwicklung unter dem Druck des ausl\u00e4ndischen Kapitals schwach, verliert die M\u00f6glichkeit ihrer Klassenorganisation und verschwindet allm\u00e4hlich.\u201d<\/p>\n<p>\u00dcber die Lage und die Rolle der Kleinbourgeoisie stellt er fest, dass sie \u201e aufgrund der materiellen Situation ihrer Produktion nie eine unabh\u00e4ngige politische Kraft bilden kann. Sie wird entweder vom Proletariat gef\u00fchrt oder \u00fcbergibt sich der Bourgeoisie.\u201d<br \/>\nSchlie\u00dflich wird die Rolle des Proletariats diskutiert. Er kommt zu dem Schluss, \u201eobwohl das Proletariat zahlenm\u00e4\u00dfig schwach ist, sind seine Qualit\u00e4t und Organisationsf\u00e4higkeit sehr stark.\u201d Hier wird die F\u00fchrung des Proletariats in der Bewegung als Voraussetzung f\u00fcr den Sieg verstanden. \u201eJe b\u00fcrgerlicher der Staat wird, desto mehr gewinnen die sozialistischen Elemente der Revolution an Bedeutung, der Kampf gegen die Vorherrschaft des internationalen Kapitals wird in den Kampf gegen das Kapital selbst umgewandelt und die Notwendigkeit der F\u00fchrung des Proletariats wird deutlicher.\u201d<\/p>\n<p>Diese wirtschaftlich- soziale und politische Analyse war entsprechend dem damaligen Entwicklungsstand der kommunistischen Bewegung ein gro\u00dfer Schritt vorw\u00e4rts. Daher setzte sie sich auch binnen kurzer Zeit in der Bewegung durch. Der Sinn und Zweck dieser Analyse bestand darin, einen Ausweg aus der herrschenden Krise zu finden. Es ging darum, aus \u201edem einfachen Zusammenschluss\u201d der kommunistischen Kr\u00e4fte, die Fortdauer, die Verbindung zu der Arbeiterklasse und die proletarische F\u00fchrung der Revolution zu realisieren. In einem Zeitabschnitt wird die Errichtung der Klassenorganisation der Arbeiter zu einer konkreten Frage. Genosse Ahmadzadeh sagt hierzu: \u201cWir haben akzeptiert, dass unser Ziel und das anderer kommunistischer Kr\u00e4fte die Errichtung der marxistisch- leninistischen Partei sein muss. Gleich stellte sich die Frage, was muss aber f\u00fcr die Bildung einer solchen Partei getan werden? Damit stellten uns sich zwei grundlegende Aufgaben: Wir und die anderen Gruppen m\u00fcssen zuerst einmal die Kader der k\u00fcnftigen Partei erziehen und andererseits die Voraussetzungen dieser Partei unter den Massen schaffen.\u201d Aber \u201ewir haben noch nie gesehen, dass die Notwendigkeit der Partei formuliert wurde, ohne dass der praktische Kampf dies erforderlich gemacht hat, ohne dass ihre Voraussetzungen unter Arbeitern und Nichtarbeitern geschaffen worden w\u00e4ren.\u201d<\/p>\n<p>Es ist klar, dass die Frage der Errichtung der Partei in einer Zeit, in der es weder eine spontane Arbeiterbewegung existiert noch eine Verbindung zwischen der kommunistischen und der Arbeiterbewegung bestand, noch ein proletarisches Programm und Taktiken existierten, unrealistisch war. Heute, nach dem die iranische Arbeiterklasse eine Revolution hinter sich hat und die kommunistische und Arbeiterbewegung einen anderen Stand erreicht haben, ist die Frage der Errichtung der Partei eine der wohl schwierigsten Fragen unserer Bewegung.<\/p>\n<p>Unsere Genossinnen und Genossen z\u00e4hlten aber nicht zu den Sozialisten, die nur reden. Ihr Ziel war es, Marxismus und die proletarischen Ziele im praktischen Leben umzusetzen. Ein Glied der Kette, um die herrschende Krise zu l\u00f6sen, war die \u00dcberwindung der Kluft zwischen Theorie und revolution\u00e4rer Praxis. In der Frage der Partei haben sie ihren Fehler rasch korrigiert und kamen zu dem Schluss, dass es bis dahin einen langen Weg gibt. Ihre Antwort auf die revolution\u00e4re Einmischung im Klassenkampf war die Konsequenz im Kampf und die Vereinigung des bewaffneten und politischen Kampfes.<\/p>\n<p><strong>Von Siahkal bis Volksaufstand vom Februar 1979<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer Phase von theoretischen Diskussionen wurde die Aufnahme eines ernsthaften Kampfes auf die Tagesordnung gesetzt. Dieser bestand in der Kombination vom politischen und milit\u00e4rischen Kampf, wobei der letztere haupts\u00e4chlich auf den Erfahrungen der Kubanischen Revolution und der Guerillak\u00e4mpfe in Latein Amerika basierte. Stadt-, und Bergteams wurden organisiert und die Vorbereitungen f\u00fcr einen Partisanenst\u00fctzpunkt in den Bergen des Nordens Irans getroffen. Diese Vorbereitungen waren aber noch nicht abgeschlossen, als infolge einiger Festnahmen die Operation vorzeitig begann. Am 8. Februar 1971 erfolgte der Angriff auf Gendarmerie Posten von Siahkal.<\/p>\n<p>Trotz der betr\u00e4chtlichen Verluste, die das Bergteam hinnehmen musste, hat aber der Angriff auf eines der milit\u00e4rischen Repressionsorgane des Schah- Regimes ein gro\u00dfes Echo gefunden. Die politische Bedeutung dieser Operation bestand vor allem darin, dass die Insel der Ruhe und Ordnung des Schah- Regimes nun wackelte und das M\u00e4rchen von der Supermacht des Schahs in Frage gestellt wurde. Andererseits steigerte sie die revolution\u00e4re Moral unter den revolution\u00e4ren Kr\u00e4ften. \u00dcberall wurde \u00fcber Siahkal und Guerilleros der Volksfedajin gesprochen. Der Kampf wurde von den am meisten bewussten Teilen der Gesellschaft gelobt und respektiert.<\/p>\n<p>Das Schah- Regime, das die Gefahr erkannt hatte, setzte alle verf\u00fcgbaren Mittel ein, um diese neue Bewegung auf brutalste Art im Keime zu ersticken. 5 Wochen sp\u00e4ter wurde 13 Genossen hingerichtet. Dies sollte u. a. eine Lehre f\u00fcr die anderen sein. Das Schah- Regime musste aber bald erkennen, dass es trotz mittelalterlichen Kerkern und Foltermethoden, Hinrichtungen und aller anderen Repressalien nicht in der Lage sein wird, dem Kampf von OIPFG zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>In den Jahren 1971\/72 wurden einige F\u00fchrungsmitglieder unserer Organisation hingerichtet. Ihr Platz wurde von anderen revolution\u00e4ren Arbeitern und Intellektuellen besetzt. Die bewaffneten Aktionen, die nun mehr in den St\u00e4dten konzentriert waren, weiteten sich aus. Die Nachrichten \u00fcber diese Aktionen wurden verbal immer weitererz\u00e4hlt. Der Name Fedaji durchdrang das ganze Land und die bedeutendsten iranischen Kommunisten aus der Mitte von Arbeitern und Intellektuellen wurden in die Reihen von OIPFG organisiert.<\/p>\n<p>Um der wachsenden Sympathie und Zustimmung f\u00fcr die OIPFG entgegenzuwirken, setzte das Schah- Regime seine Propagandamaschinerie ein und versch\u00e4rfte gleichzeitig seine Unterdr\u00fcckungspolitik.<\/p>\n<p>In der Zeitspanne zwischen Siahkal und dem Sturz des Schah- Regimes sind einige Hundert unsere Genossinnen und Genossen hingerichtet oder bei bewaffneten Auseinandersetzungen ums Leben gekommen. Einige Tausend Mitglieder und Sympathisanten unserer Organisation wurden festgenommen und eingekerkert. Trotz der Unterdr\u00fcckung und einiger R\u00fcckschl\u00e4ge, die durch die Fehler unserer Organisation verursacht wurden, wurde die Fortdauer des Kampfes unserer Organisation sichergestellt. Hierdurch wurde auch der Einfluss und das Ansehen unserer Organisation ausgebaut.<\/p>\n<p>Nach Jahren der Tatenlosigkeit und Stagnation infolge des Verrats der Tudeh- Partei und der brutalen Unterdr\u00fcckungspolitik des Schah- Regimes hatte nun eine Gruppe revolution\u00e4rer Kommunisten die revolution\u00e4re Aktion zur Ver\u00e4nderungen der bestehenden Bedingungen auf die Tagesordnung gesetzt. Sie grenzten sich von opportunistischen und revisionistischen Str\u00f6mungen ab und stellten die revolution\u00e4ren kommunistischen Traditionen wieder her. Unsere Genossen hatten die theoretische Kritik der bestehenden Ordnung durch die Kritik in der Tat erg\u00e4nzt. Sie zeigten allen, dass sie f\u00fcr gro\u00dfes Ziel der Arbeiterklasse, f\u00fcr Sozialismus, selbst ihr Leben lassen wurden. Dies war aus zwei Gr\u00fcnden damals von enormer Bedeutung.<\/p>\n<p>Die langen Jahre der permanenten Unterdr\u00fcckung und der Diktatur, der Untergang der iranischen kommunistischen Bewegung und die Vorherrschaft von Tatenlosigkeit und Stagnation hatten den Eindruck erweckt, als sei unter diesen Bedingungen nichts mehr zu machen. In diesem Zusammenhang war es erforderlich, die Selbstlosigkeit als kommunistische Eigenschaft in den Mittelpunkt zu stellen, um aufzuzeigen, dass der Kampf unter allen Bedingungen fortgesetzt werden kann. Dies war aber auch deshalb erforderlich, um das Ansehen des Kommunismus und der kommunistischen Bewegung, das durch den Verrat der Tudeh- Partei, die alles im Namen vom Kommunismus veranstaltete, rein zu waschen. Mit der revolution\u00e4ren Aktion mussten wir zeigen, dass die Machenschaften der Tudeh- Partei mit dem Kommunismus nichts gemeinsam haben. Wir waren hierbei nicht nur erfolgreich, sondern wurde durch eben diesen Kampf die Sympathie f\u00fcr unsere Organisation immer gro\u00dfer und wir konnten unseren Einfluss ausbauen.<\/p>\n<p>Trotz allen Errungenschaften und der positiven Rolle, die unsere Organisation in der Bewegung spielte, hatte sie auch Fehler und Abweichungen. Diese waren zum Teil ein Resultat des relativ niedrigen Bewusstseinstandes und kommunistischen Wissens, aber auch eine Folge des Einflusses populistischer Tendenzen.<\/p>\n<p>Von Anfang an hatte unsere Organisation eine Fehleinsch\u00e4tzung der objektiven Bedingungen der Revolution. Gegen\u00fcber den kommunistischen Tendenzen, f\u00fcr die der wirtschaftliche Faktor und die Entwicklung der Gegens\u00e4tze eine absolute Rolle spielte und die Rolle der offenen und grenzenlosen Diktatur und deren Auswirkungen auf spontane Massenbewegungen au\u00dfer Acht lie\u00dfen, setzte sich der Genosse Ahmadzadeh, der Teilaspekte der Wirklichkeit richtig einsch\u00e4tze, einer anderen Abweichung aus. Er schenkte der Entwicklung der Gegens\u00e4tze keine Beachtung und machte die hindernde Rolle der Diktatur und Unterdr\u00fcckung absolut. Es wurde behauptet, dass die Gegens\u00e4tze im ausreichenden Ma\u00dfe entwickelt sind, Unzufriedenheit und Proteste da sind und die objektiven Bedingungen der Revolution existierten. Es ist nur die Diktatur, die als Hindernis im Wege gro\u00dfer spontaner Bewegungen und des Sturzes des Schah- Regimes fungiert. Das war eine Art Voluntarismus gegen\u00fcber \u00d6konomismus, der zum Linksradikalismus im Kampf unserer Organisation f\u00fchrte. Diese Position wurde nach einer kurzen Periode abgelehnt. Dies beeinflusste aber weder die Einsch\u00e4tzung unserer Organisation von der Diktatur noch unsere Taktik.<\/p>\n<p>Durch die \u00dcbernahme der Ansichten vom Genossen Djazani durch unsere Organisation wurde zwar die Frage des Vorhandenseins von objektiven Bedingungen der Revolution abgelehnt, der bewaffnete Kampf als die Haupttaktik wurde jedoch erneut bekr\u00e4ftigt. Obwohl die Notwendigkeit des politischen Kampfes und der Arbeit in der Arbeiterklasse betont wurden, hat die Akzeptanz der Taktik des bewaffneten Kampfes diese negativ beeinflusst.<\/p>\n<p>Auch die Einsch\u00e4tzung der Diktatur wurde nicht nur nicht korrigiert, sondern erhielt in den Ansichten des Genossen Djazani eine Stellung, die den Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital \u00fcberschattete. Der Kampf gegen die Diktatur war nun zu einer strategischen Etappe weiterentwickelt. In dieser Hinsicht waren die Ansichten des Genossen Djazani selbst im Vergleich zu denen vom Genossen Ahmadzadeh ein Schritt r\u00fcckw\u00e4rts. Diese Ansichten verst\u00e4rkten populistische Tendenzen in der Organisation. Der Kampf zwischen den Arbeitern und den Kapitalisten wird vom Kampf des Volkes gegen die Diktatur \u00fcberschattet und die Klassenautonomie der Arbeiterklasse somit verletzt.<\/p>\n<p>Diese Gefahr besteht in allen L\u00e4ndern, in denen bedingt durch objektive und subjektive Bedingungen gleichzeitig zwei K\u00e4mpfe existieren, die sich aufgrund ihres Wesens, Zielsetzungen und Sozialstruktur voneinander unterscheiden. Einerseits der Kampf der Arbeiterklasse gegen die Kapitalistenklasse, um die kapitalistische Ordnung zu st\u00fcrzen und die sozialistische Gesellschaft zu errichten. Andererseits der gemeinsame Kampf von Arbeitern und Kleinb\u00fcrgertum gegen die herrschende Staatsmacht und Imperialismus, um eine Reihe demokratischer, freiheitlicher, dem Allgemeinwohl betreffenden und antiimperialistischen Forderungen zu verwirklichen. Die Kommunisten m\u00fcssen diese beiden K\u00e4mpfe entwickeln und f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Unterbewertung des gemeinsamen Kampfes der Arbeiter und Kleinbourgeoisie kann zur Isolierung der Arbeiterklasse f\u00fchren und die Kleinbourgeoisie zur Bourgeoisie tendieren lassen. Die \u00dcberbewertung dieses Kampfes im Verh\u00e4ltnis zum Kampf zwischen Arbeit und Kapital, das Fehlen einer klaren und konsequenten Abgrenzung und die Missachtung der Klassenautonomie der Arbeiter kann zur Aufl\u00f6sung dieser Klasse in die populistische Massenbewegung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Es ist eine Tatsache, dass es unserer Organisation nicht gelungen war, ein richtiges Verh\u00e4ltnis zwischen diesen beiden K\u00e4mpfen herzustellen. Der Klassenkampf der Arbeiter gegen Kapitalisten wurde unterbewertet, w\u00e4hrend der Kampf des Volkes gegen Imperialismus und offene Diktatur des Schahs \u00fcberbewertet wurde. Es gab selbst in diesem Kampf keine klaren Differenzen, die die Abgrenzung der Arbeiterklasse von Kleinbourgeoisie zum Ausdruck brachten, den vor\u00fcbergehenden und bedingten Charakter dieses B\u00fcndnisses betonten und die Klassenautonomie der Arbeiterklasse deutlich machten.<br \/>\nDie negativen Folgen dieser populistischen Tendenzen in unserer Organisation kamen vor allem w\u00e4hrend des Volksaufstandes von 79, der Macht\u00fcbernahme durch die islamische Republik und schlie\u00dflich in der Entwicklung und Verst\u00e4rkung rechts opportunistische Tendenzen in unserer Organisation, zum Ausdruck. Diese f\u00fchrten dazu, dass ein beachtlicher Teil der Kr\u00e4fte unserer Organisation der islamischen Republik hinterherliefen.<\/p>\n<p>Diese Abweichungen, die vor dem Volksaufstand von 79 noch als Tendenz in unserer Organisation existierten, konnten den revolution\u00e4ren und kommunistischen Charakter unserer Organisation nicht \u00fcberschatten. Deshalb gelang es auch unserer Organisation alle Anf\u00fchrer der Arbeiterbewegung und die revolution\u00e4ren kommunistischen Intellektuelle f\u00fcr sich zu gewinnen und zu der st\u00e4rksten und einflussreichsten Organisation unter Arbeitern werden.<\/p>\n<p><strong>Vom Volksaufstand in Februar 79 bis heute<\/strong><\/p>\n<p>Der konsequente Kampf unserer Organisation vor dem Volksaufstand machte sie zu der st\u00e4rksten und einflussreichsten kommunistischen Organisation im Mittleren Osten. Die Verteidigung der sozialistischen Forderungen der Arbeiter und der allgemeinen demokratischen Forderungen der Volksmassen gegen\u00fcber einer reaktion\u00e4ren Staatsmacht, die nach dem Sturz des Schah- Regimes die Macht an sich gerissen hatte, machte unsere Organisation zu einer starken Alternative zum herrschenden Regime. In der relativ kurzen Zeit nach dem Sturz des Schah- Regime, w\u00e4hrend die Voraussetzungen f\u00fcr legale und offene Aktivit\u00e4ten noch verf\u00fcgbar waren, konnte unsere Organisation in fast allen gro\u00dfen Betrieben eine bedeutende Rolle bei der Organisation und Aufkl\u00e4rung der Arbeiter spielen.<br \/>\nTausende Anf\u00fchrer der Arbeiterbewegung schlossen sich unserer Organisation an. Die Rolle unserer Organisation bei der Verbreitung der sozialistischen Idee war beinah beispiellos. Wir k\u00f6nnen behaupten, dass sich 90 Prozent iranischer Revolution\u00e4re aufgrund des Kampfes und der kommunistischen \u00dcberzeugung unserer Organisation der kommunistischen Bewegung anschlossen. Der Einfluss unserer Organisation wuchs tagt\u00e4glich. Unsere Organisationseinheiten weiteten sich im ganzen Land aus. Wir waren in der Lage, in Teheran Demonstrationen und Meetings mit einigen Hundert tausend Teilnehmern zu veranstalten. Das politische Organ der Organisation \u201eKAR\u201d, die seit Februar\/M\u00e4rz 1979 erschien, wurde in einer sehr gro\u00dfen Auflage im ganzen Land verteilt.<\/p>\n<p>Trotzdem gelang es unserer Organisation nicht, diese au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bedingungen zum Sturz der herrschenden Klasse und die Errichtung einer revolution\u00e4ren Macht zu nutzen. Unserer Organisation fehlten damals ein klar formuliertes, proletarisches Programm und klare Taktiken. Dies f\u00fchrte nicht nur dazu, dass unsere Organisation f\u00fcr die \u00dcbernahme der Macht nichts tun konnte, sondern beg\u00fcnstigte auch den Boden f\u00fcr die Durchsetzung des Opportunismus und aufeinander folgende R\u00fcckschl\u00e4ge. Die populistische Tendenz in unserer Organisation entwickelte sich nun auf dieser Grundlage zum einen kompletten Opportunismus, der seinen organisierten Ausdruck in \u201eMehrheit\u201d fand.<\/p>\n<p>Die erste Meinungsverschiedenheit nach dem Volksaufstand betraf die Einsch\u00e4tzung und unsere Position gegen\u00fcber der neuen Staatsmacht. Die Mehrheit des ZK und auch die Mehrheit der Mitglieder der Organisation bezeichneten die islamische Republik als kleinb\u00fcrgerlich, revolution\u00e4r und fortschrittlich. Daher suchten sie auch eine Politik der Unterst\u00fctzung und Zusammenarbeit mit diesem Regime.<br \/>\nEine Minderheit der Mitglieder und Kader der Organisation war der Ansicht, dass es sich bei der islamischen Republik um ein konterrevolution\u00e4res und reaktion\u00e4res Regime handelt. Sie forderten den konsequenten Kampf gegen es und die Vorbereitung der Voraussetzungen f\u00fcr dessen Sturz. Die Mehrheit der Mitglieder der Redaktion von KAR z\u00e4hlte zu den Vertretern dieser Ansicht. Diese Position wurde au\u00dferdem von einem Teil der Mitglieder und Kader der Organisation und gro\u00dfen Teilen der Sympathisanten geteilt.<\/p>\n<p>Die zweite Differenz bestand in der Einsch\u00e4tzung der Vergangenheit unserer Organisation. Die Mehrheit des ZK lehnte von einer opportunistischen Position ausgehend, den gesamten Kampf der Organisation ab. Die andere Position, die auch den Guerillakampf und Fehler und Abweichungen der Organisation in der Vergangenheit kritisierte, stand f\u00fcr eine dialektische und nicht mechanische Kritik der Vergangenheit. Sie vertrat die Ansicht, dass die Errungenschaften, Traditionen und positiven und revolution\u00e4ren Aspekte dieses Kampfes aufbewahren und deren Schw\u00e4chen und Abweichungen in Frage gestellt werden mussten.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes ging es um die Abgrenzung vom Revisionismus im internationalen Ma\u00dfstab. Die rechte Str\u00f6mung stellte die Abgrenzungen der Organisation mit dem Revisionismus im Allgemeinen und dem Chruschtschows Revisionismus im Besonderen in Frage, und n\u00e4herte sich immer mehr diesen Positionen an, w\u00e4hrend die andere Str\u00f6mung auf den Fortbestand dieser Abgrenzungen bestand.<\/p>\n<p>Die Differenzen in der Organisation f\u00fchrten zu einer ernsten Krise. Das ZK der Organisation berief daher im Herbst 1980 ein Plenum aus, das die Ursachen der Krise untersuchen und Auswege finden sollte. Es stellte sich aber bald heraus, dass es sich dabei um eine Abrechnung mit der revolution\u00e4ren Str\u00f6mung in der Organisation und die Durchsetzung der opportunistischen Linie ging.<\/p>\n<p>Auf dem Plenum vertrat die Mehrheit die Ansicht, dass man sich zuerst mit der Vergangenheit auseinandersetzen und anschlie\u00dfend mit aktuellen Fragen besch\u00e4ftigen sollte. Die andere Str\u00f6mung war jedoch der Ansicht, dass aufgrund der aktuellen politischen Lage, durch die Antwort auf aktuelle politische Fragen, Formulierung unserer Ziele und Absichten in Form eines Programms sowie klarer strategischer und taktischer Richtlinien zur L\u00f6sung der Krise beigetragen werden kann und w\u00e4hrend dieses Prozesses man sich auch mit der Vergangenheit der Organisation befassen kann. Das Plenum akzeptierte den ersten Ansatz und ab hier bildeten sich die beiden Str\u00f6mungen \u201eMehrheit\u201d und \u201eMinderheit\u201d klar heraus.<\/p>\n<p>Einige Zeit nach dem Plenum, das die Bedingungen f\u00fcr die rechts opportunistische Str\u00f6mung beg\u00fcnstigt hatte, stellte sich heraus, dass die Differenzen zwischen der revolution\u00e4ren und opportunistischen Str\u00f6mung das Niveau erreicht haben, sodass man nicht mehr in derselben Organisation einen gemeinsamen Kampf durchf\u00fchren konnte. Diese Spaltung kam im Juni 1980 zustande. Somit bildeten sich zwei Organisationen mit dem Namen Fedaji heraus, wobei die eine als \u201eMehrheit\u201d und die andere als \u201eMinderheit\u201d bekannt wurden.<\/p>\n<p>Trotz den schwerwiegenden Folgen dieser Spaltung und der Tatsache, dass auch die herrschende Reaktion durch die Versch\u00e4rfung ihrer Unterdr\u00fcckung unserer Organisation keine Atempause lie\u00df, um ihre Kr\u00e4fte neu zu organisieren, setzte die \u201eMinderheit\u201d ihren konsequenten Kampf gegen das Regime der islamischen Republik und f\u00fcr die Organisation der Arbeiter und werkt\u00e4tigen Massen fort und konnte erneut zu einer einflussreichen Massenorganisation werden. Eine der gro\u00dfen Errungenschaften der Minderheit war es, im Jahre 1981, w\u00e4hrend der brutalen \u00dcbergriffe der islamischen Republik auf politische Freiheiten und der brutalen Unterdr\u00fcckung der revolution\u00e4ren Organisationen, ihren ersten Kongress in Teheran zu veranstalten, um ihren Kampf auf der Grundlage einer konkreten Politik durchf\u00fchren und fortsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in der Zeit nach dem Kongress die Reorganisation zur Durchf\u00fchrung der politischen auf dem 1. Kongress beschlossenen Richtlinien auf der Tagesordnung stand, mussten wir den wohl gr\u00f6\u00dften R\u00fcckschlag hinnehmen. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Mitglieder des ZK unserer Organisation, eine gro\u00dfe Anzahl der Mitglieder und Sympathisanten wurden festgenommen, hingerichtet oder bei bewaffneten Auseinandersetzungen mit den S\u00f6ldnern des Regimes ums Leben gekommen. Die \u00fcberlebenden Genossinnen und Genossen haben die Reorganisation erneut aufgenommen. Die Durchf\u00fchrung des gro\u00dfen Plenums der Organisation im Jahre 1982 war der Ausdruck f\u00fcr die Reorganisation.<\/p>\n<p>Der Kampf wurde fortgesetzt und w\u00e4hrend dessen konnte sich unsere Organisation immer weiterentwickeln, ihren ideologisch &#8211; politischen Horizont erweitern und schlie\u00dflich ihre Ziele und Absichten klar und deutlich in Form eines Programms verk\u00fcnden. Wir konnten klare taktische und strategische Zielsetzungen erreichen und festlegen. Alles das haben wir aber nicht leicht erreichen k\u00f6nnen. Wir mussten gro\u00dfe R\u00fcckschl\u00e4ge hinnehmen. Diese waren zum Teil durch Fehler und mangelnde Erfahrung, zum anderen aber auch durch die Abweichungen bedingt, mit denen wir uns noch nicht hatten endg\u00fcltig auseinandersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie oben erw\u00e4hnt, verloren wir noch im Jahre 1981 die \u00fcberwiegende Mehrheit der Mitglieder unseres ZK\u2019s. Die meisten festgenommenen Genossinnen und Genossen wurden entweder hingerichtet oder zu langj\u00e4hrigen Haftstrafen verurteilt. Diese R\u00fcckschl\u00e4ge mussten wir auch in den darauffolgenden Jahren hinnehmen. Zwischen 1982 und 1985 wurden viele unsere Mitglieder, Kader und Sympathisanten festgenommen und zu langj\u00e4hrigen Haftstrafen verurteilt oder hingerichtet.<\/p>\n<p>Trotzdem war unsere Organisation noch im Jahre 1985 die einzige Organisation, die ihr Organ \u201eKAR\u201d noch im Iran ver\u00f6ffentlichte. Unsere Organisationseinheiten waren in den Wohnbezirken und Betrieben noch aktiv. Obwohl wir nach jedem dieser R\u00fcckschl\u00e4ge unsere Organisationsstrukturen wiederaufbauen und unseren Kampf fortsetzen konnten, schw\u00e4chten sie jedoch die Kampfkraft unserer Organisation. Auch intern wurde unsere Organisation schw\u00e4cher, was auch die Voraussetzungen f\u00fcr die folgenden Spaltungen bildete.<\/p>\n<p>Die Spaltung vom Anfang 1982 (Ende 1360) beispielsweise hatte schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Situation unserer Organisation, die auch den schwerwiegenden R\u00fcckschlag (n\u00e4mlich der Verlust vieler unserer Genossinnen und Genossen, darunter die Mehrzahl der Mitglieder des ZK) zur Folge hatte.<\/p>\n<p>Die Wahrheit ist, dass sich nach der gro\u00dfen Spaltung in der OIPFG viele Kr\u00e4fte auf der Grundlage der Analyse des konterrevolution\u00e4ren Charakters des herrschenden Regimes in Minderheit organisiert hatten. Der Minderheit war es noch nicht gelungen, durch ein konkretes Programm sich von anderen Str\u00f6mungen klar abzugrenzen und somit sich auch organisatorisch zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die kleinb\u00fcrgerliche Str\u00f6mung, die sich gegen Ende 1360 (Anfang 1982) aufgrund ihrer ideologisch- politischen Positionen abspalten wollte, ist ein Beispiel f\u00fcr oben erw\u00e4hnte Str\u00f6mungen. Nach dem Kongress breitete sie ihre Spaltung vor und zu dem Zeitpunkt, als die islamische Republik eine massive und allseitige Unterdr\u00fcckungspolitik umsetzte, hat sie mit ihren Ma\u00dfnahmen die Organisation massiv gef\u00e4hrdet. Diese kleinb\u00fcrgerliche Str\u00f6mung propagierte hinter ihren radikalen Parolen Tatenlosigkeit. Deshalb wurde sie auch nach der Spaltung aufgel\u00f6st und es existiert nur ihr Name.<\/p>\n<p>Diese Erfahrung hat uns gelehrt, dass ohne ein eindeutig formuliertes und konkretes Programm und ohne klar festgelegte Taktiken und die Organisation um dieses Programm und Taktiken keine Organisation in der Lage sein wird, ihre innere Einheit aufrechtzuerhalten.<br \/>\nZu den R\u00fcckschl\u00e4gen, die wir sowohl durch die \u00dcbergriffe der islamischen Republik wie auch infolge der Spaltungen in der Organisation hinnehmen mussten, ist hinzu zuf\u00fcgen, dass u. a. ein Grund hierf\u00fcr in unserer Arbeitsweise lag. In den Jahren 1981-1985 (1360-1364), w\u00e4hrend die islamische Republik eine allseitige Unterdr\u00fcckungspolitik verfolgte und es ihr um die Vernichtung auch unserer Organisation ging, haben wir stets versucht, nach jedem R\u00fcckschlag uns zu reorganisieren, um im politischen und Klassenkampf aktiv zu bleiben, obwohl wir Ma\u00dfnahmen ergreifen mussten, um den Fortbestand unserer Organisation und die Fortdauer unseres Kampfes sicherzustellen.<\/p>\n<p>Die erste ordentliche Konferenz unserer Organisation stellt hierzu fest:\u201d Obwohl die \u00dcbergriffe der Polizei eine der Ursachen war, die unser Arbeitsfeld einschr\u00e4nkten, so hing dies aber mit der Organisationsform und unserer Arbeitsweise zusammen. Die Organisation des Klassenkampfes und die aktive Einmischung in diesem setzen zu allererst eine stabile, regulierte Organisation voraus, die die Fortdauer ihres Kampfes unter den Arbeitern sicherstellen kann. Nur eine solche Organisation ist in der Lage, sich gegen die \u00dcbergriffe der Polizei zu sch\u00fctzen, um ihre Aufgaben zu erf\u00fcllen. Unserer Organisation fehlten diese Charakteristika. Wir legten mehr Wert darauf, unsere Organisation auszubauen, was dazu f\u00fchrte, dass wir nicht nur die Fortdauer unseres Kampfes nicht sicherstellen konnten, sondern auch wurden die Kontrollm\u00f6glichkeiten unserer Organisation geringer. Diese Organisationsstruktur war begleitet von einer falschen Arbeitsweise. Die Fortdauer der Aktivit\u00e4ten einer kommunistischen Organisation setzt eine kommunistische Arbeitsweise voraus. Sie setzt Selbstbeherrschung, Weitblick, das Vermeiden von nur im Augenblick wirksame und Aufsehen erregende Aktionen voraus.<\/p>\n<p>Stattdessen waren wir stets bem\u00fcht, uns zu reorganisieren. Wir wollten zeigen, dass wir trotz der massiven Unterdr\u00fcckung durch das Regime der islamischen Republik unseren Kampf aktiv fortsetzen und \u00fcberall aktiv auftreten. Unter schwierigsten Bedingungen wurden die Publikationen unserer Organisation verteilt. Diese Arbeitsweise, die mehr nur Aufsehen erregte, war das Produkt einer nicht proletarischen Mentalit\u00e4t. Sie stand nicht nur im Gegensatz zum Fortbestand unserer Organisation in ihrem Kampf, sondern setzte sie der Gefahr anhaltender R\u00fcckschl\u00e4ge aus.<br \/>\nAktive Einmischung und Teilhabe am politischen Kampf und Klassenkampf sind notwendig. Sie setzen jedoch eine Stabile Organisation unter den Arbeitern sowie eine konsequente und \u00fcberlegte Arbeitsweise, die sich von jeglicher kleinb\u00fcrgerlichen Sensationspolitik abgrenzt, voraus.\u201d<\/p>\n<p>Die herrschende Arbeitsweise beeinflusste auch das Innenleben unserer Organisation. Unsere Organisationsstrukturen hinkten, trotz allen ideologisch- politischen Errungenschaften, einer Parteistruktur hinterher, die zu den Krisen in der Organisation und den daraus resultierenden Spaltungen f\u00fchrte. Das f\u00fchrte zu einem massiven Widerspruch zwischen unseren fortgeschrittenen Inhalten und zur\u00fcckgebliebene Organisationsstrukturen. Die f\u00fcr eine Parteiorganisation typischen Mechanismen, um notwendige Beziehungen sicherstellen und auch die Konflikte bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, existierten nicht.<\/p>\n<p>Parteiprogramm und \u2013Taktiken erfordern auch eine sich auf dem demokratischen Zentralismus beruhende Organisationsstruktur. Ihr Fehlen f\u00fchrt zu Krisen und Spaltungen, die in unserer Organisation zustande kamen.<\/p>\n<p>Von den oben erw\u00e4hnten Fehlern haben wir versucht zu lernen. All das ist eine sehr wertvolle Erfahrung. Wir haben uns bem\u00fcht, daraus zu lernen, um diese Fehler zu vermeiden.<\/p>\n<p>Unsere Arbeit und \u00dcberzeugung findet ihren Ausdruck in unserem eindeutig und konkret formulierten Programm, das unsere Ziele und Absichten aufzeigt. Unsere Taktiken bestimmen die Art und Weise unseres Kampfes. Unsere Satzung bringt das Organisationssystem und die unseren Beziehungen bestimmenden Richtlinien zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Als eine kommunistische Organisation setzen wir unseren Kampf f\u00fcr die Organisation und Weiterentwicklung des Bewusstseins der Arbeiterklasse f\u00fcr eine soziale Revolution und die Errichtung der menschlichen kommunistischen Ordnung fort.<\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den Entstehungsprozess unserer Organisation nachvollziehen zu k\u00f6nnen, ist eine Analyse jener Bedingungen erforderlich, w\u00e4hrend derer die OIPFG entstand. Daher beginnen wir mit den 1960er Jahren und deren objektiven und subjektiven Bedingungen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2096,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[55],"tags":[],"class_list":["post-1859","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kampf"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/fedaian-minority.org\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/siyahkal_rofagha.jpg?fit=650%2C450&ssl=1","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1859","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1859"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1859\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fedaian-minority.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}